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Holsteinischer Courier

26. September 2017 | 16:53 Uhr

Manfred Degen : Grünkohlessen und Veganergrillen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Kabarettist Manfred Degen begeisterte die Zuschauer im ausverkauften Volkshaus Tungendorf mit seinem Programm „Sylter dürfen das...“.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2014 | 17:00 Uhr

Neumünster | Wenn sich der Sylter Kabarettist Manfred Degen über die Menschen an sich, über den Sylter im Besonderen und über die fundamentalen Unterschiede zwischen Westerländer und Morsumer verbreitet, dann sind seine Gäste bei bester Laune und klatschen sich auf die Schenkel. So auch am Donnerstagabend im Volkshaus Tungendorf: Mit 160 Degen-Fans war der Saal ausverkauft. Eingeladen hatte der Förderverein des Diakonischen Werkes Altholstein.

Bei seinem Programm “Sylter dürfen das… “ griff Degen natürlich auf seine gängigen Themen wie beispielweise Schwager Bertholt, Grünkohlessen, Sylter im Urlaub, die Besonderheiten der Harleybesitzer auf der Insel und die der Veganer zurück; auch die „Krawallbrüder aus dem Blaulichtmilieu“ durften nicht fehlen. Vieles ist nicht neu. Dennoch gelang es Degen vorzüglich, in jedem Satz gleich mehrere Pointen unterzubringen. So waren die Gäste im Saal ständig am Lachen, jeder nach seinem Geschmack, vom herzlichen Jauchzen bis zum „Oh, Oh“, wenn es mal ganz deftig wurde.

Sofort hatte Degen die Autofahrer auf seine Seite, als er die Durchsetzung der Straßenverkehrsordnung als „Verwaltungsfolklore“ bezeichnete. Köstlich gelang die Beschreibung eines Versuchs, auf der Insel über eine Leibrente an eine Immobilie zu kommen. Fisch-Gastronomie-„König“ Gosch hatte es da einfach, meinte Degen: „Er hat in einen Fischfond investiert“.

Dass Degen allerdings einen Vormund hat, wussten nicht alle – sein Sparkassenberater. Gut verständlich auch die Definition von Homöopathie: „Wenn du in Dresden deinen Autoschlüssel in die Elbe wirfst und Tage später in Hamburg versuchst, mit dem Elbwasser dein Auto aufzuschließen. Und es gelingt.“

Die Zuhörer merkten ganz schnell, dass es dem Sylter höllischen Spaß machte, die Veganer zu charakterisieren: „Wenn so einer für deinen Kühlschrank zuständig ist, hast du die Arschkarte gezogen.“ Und Grillen bei den Veganern sei wie Sommerurlaub in Tschetschenien. Bei seinen politischen Exkursen war oft ein „Oh, oh“ im Saal zu hören. So seien im ökologischen Jahr auf der Insel nur „promovierte Entenzählerinnen“ am Werk. Eine Harley-Davidson als „Güllepumpe auf zwei Rädern“ zu nennen oder die Morsumer gegenüber den Westerländern als eher rustikal und grobmotorisch zu bezeichnen, weil sie keinen Bienenhonig essen, sondern gleich die Bienen kauen, war schon eher nach dem Geschmack der Zuhörer. Warum aber ein Kabarettist seiner Klasse am Schluss gleich mehrere Kalauer präsentierte, mag wohl sein Geheimnis bleiben. Den Gästen gefiel das Pointengewitter über 90 Minuten, was ihre Lachsalven und der Beifall belegte.

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