Grüner Daumen

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15. September 2016, 10:49 Uhr

Das mit dem grünen Daumen ist so eine Sache. Der eine hat ihn, der andere nicht. Hein gehört zur zweiten Spezies. Alle seine Zwetschgen sind vor der Reife verschimmelt und vom Baum gefallen, mit der Apfelernte wird es auch nichts werden. Da wurmt ihn im doppelten Wortsinn, dass es beim Nachbarn prächtig sprießt. Die Kostprobe bekam Hein in Form einer Traube roter Weinbeeren. Sie sahen aus wie vom Markt und schmecken lecker. Heins eigene von Wein umrankte Terrasse ist ein Trauerspiel. Es gibt nicht eine unversehrte Beere. Fliegen und Wespen haben ganze Arbeit geleistet – diese Ernte fällt flach. Erfolgreich ist Hein nur da, wo er nicht gärtnernd eingreift und der Zufall waltet. Im Kompost, den er in sein Hochbeet füllte, waren offenbar noch alte Kartoffeln, die wunderbar gedeihen. Und der Rucola, der sich selbst in den Fugen der Terrasse angesät hat, ist eine wahre Pracht. Guten Tag, bis morgen!

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