Neumünster : Grüne jubeln, SPD geschockt

Die CDU bleibt trotz leichter Verluste stärkste Kraft im Rat – ganz zur Freude von Babette Schwede-Oldehus.
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Die CDU bleibt trotz leichter Verluste stärkste Kraft im Rat – ganz zur Freude von Babette Schwede-Oldehus.

Die Stimmung bei der Wahlpräsentation im Rathaus schwankt minütlich. Entsetzen herrschte über Wahlbeteiligung und Erfolg der NPD.

shz.de von
07. Mai 2018, 07:22 Uhr

Neumünster | Mit den ersten Wahlergebnissen kann Franka Dannheiser noch leben. „So kann es weitergehen“, sagt die SPD-Ratsfrau, als um 18.17 Uhr die erste Auszählung aus dem Wahlkreis 8 per Beamer auf die Leinwand im Fraktionsraum des Rathauses geworfen wird und ihr Parteifreund Claus-Rudolf Johna das Direktmandat holt. Geht es aber nicht. Nach und nach übernimmt die CDU die Führung. Am Ende siegen die Christdemokraten trotz eines leichten Minus’ im Vergleich zu 2013 mit 34 Prozent. Die SPD verliert satte 6,6 Prozentpunkte, landet bei 27,4 Prozent. Geschockte Gesichter sind die Folge.

Zwar setzt sich Franka Dannheiser im Wahlkreis 16 mit einer Stimme Vorsprung gegen Thomas Michaelis durch und auch Thorsten Klimm, Volker Andresen, Andreas Kluckhuhn und Frank Matthiesen feiern ihre Erfolge, doch die restlichen Wahlkreise gehen an die CDU. Ob Dirk-Justus Hentschel, Helga Bühse, Anna-Katharina Schättiger, Gerd Kühl, Sabine Krebs oder Fatih Mutlu, immer wieder brandet Jubel in der CDU-Ecke auf, in der auch Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras steht. Auch Klaus Grassau, Gerhard Lassen, Babett Schwede-Oldehus, Wolf-Werner Haake, Jan Hinrich Köster, Hauke Hahn, Oliver Schlemmer, Wolf Rüdiger Fehrs und Martin Kriese gewinnen. Doch eine Ausnahme ist die Sensation des Abends: Als das Ergebnis im Wahlkreis 1 aufleuchtet, ist der Jubel am Fenster nicht nur im Raum zu hören. Einfelds Stadtteilvorsteher Sven Radestock von den Grünen holt das Direktmandat mit deutlichem Vorsprung vor Sandra Weiß (CDU) und Axel Westphal (SPD). „Wahnsinn!“, kommentiert der Familienvater, der schon vorher angesichts der guten Ergebnisse für die Grünen in die Runde gefragt hatte: „Möchte noch jemand spontan bei uns eintreten?“

43 Prozent Wahlbeteiligung in Einfeld ist zugleich ein Spitzenwert. Zum Vergleich: Im Vicelinviertel gehen gerade einmal 18,96 Prozent der Wahlberechtigten an die Urne. Insgesamt bedeuten 35,1 Prozent einen weiteren Rückgang, 2013 lag die Beteiligung noch bei 39,8 Prozent.

Nicht nur das fehlende Interesse der Bürger drückt auf die Stimmung. Auch das gute Abschneiden der NPD sorgt für Sorgenfalten in den Gesichtern. Mit zwei Abgeordneten hat die Partei nun Fraktionsstatus. „Das ist unschön“, sagt CDU-Fraktionschef Gerd Kühl. Auch die Linke kommt auf 2 Sitze. Dass die Liberal-Konservativen Reformer mit 2 Prozent und einem Sitz so gut wie keine Rolle spielen, wird ohne Regung aufgenommen. Als mit Gadeland das letzte Ergebnis einläuft, ist die Analyse schon in vollem Gange. „Es wird nicht leichter“, sagt ein Gast.

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