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Friedrich-Ebert-Krankenhaus : „Grüne Damen“ stehen vor dem Aus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach 36 Jahren im Friedrich-Ebert-Krankenhaus ist die Gruppe der fleißigen ehrenamtlichen Helfer auf unter 30 geschrumpft und überaltert.

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2017 | 08:02 Uhr

Neumünster | Zeit zum Durchschnaufen bleibt Karin Offen, Heidi Jödicke und Annegret Borchert an diesem Morgen kaum. Erst sollen sie einen Patienten von einer Station zur anderen begleiten, dann einem Besucher helfen, der sich verlaufen hat, schließlich bittet Patientin Birgit Harnack an Krücken um eine Zeitschrift zum Zeitvertreib. Das Trio gehört zu den sogenannten „Grünen Damen“. Sie sind ehrenamtlich in der stationären Gesundheits- und Krankenpflege des Friedrich-Ebert-Krankenhauses (FEK) tätig, helfen Patienten und Gästen und entlasten Ärzte und Schwestern. Doch der seit 1980 bestehenden Institution droht wegen Nachwuchsmangels nun das Aus.

Nicht einmal mehr 30 Mitglieder hat die Gruppe, die wochentags von 8 bis 12 Uhr im Einsatz ist. Vor allem am Donnerstag gibt es mittlerweile Engpässe. Sind die Kolleginnen krank oder anderweitig beschäftigt, sitzt zum Teil nur noch eine „Grüne Dame“ am Tisch im Eingangsbereich der Klinik.

Die Zeitungsrunde für Patienten, der Plausch am Krankenbett, das offene Ohr für Sorgen und Beschwerden oder auch die Unterstützung beim Verteilen des Mittagessens: Überall da, wo im medizinisch-fachlichen Alltag kaum mehr Zeit ist, springen die Ehrenamtlichen ein – engagiert, freundlich und mit dem nötigen Einfühlungsvermögen. Die Aufgaben sind vielfältig und in der Vergangenheit nicht weniger geworden. Doch der Altersdurchschnitt liegt bereits über 60. Viele „Grüne Damen“ haben mit Eintritt ins Rentenalter angefangen, so wie Karin Offen (67). „Ich helfe gerne und wurde von einer Bekannten angesprochen“, sagt sie. Das Amt macht auch Annegret Borchert (70) Spaß. Sie ist seit sieben Jahren dabei. „Ich komme unter Leute, und langweilig wird es hier bestimmt nicht“, erklärt sie.

„Die ‚Grünen Damen‘ sind die lebenden Wegweiser und eine wirkliche Stütze im Krankenhaus-Alltag. Vor allem seit wir den Neubau haben, lotsen sie Patienten und Besucher gekonnt und sicher zu ihrem Ziel“, lobt FEK-Sprecherin Maren von Dollen. Sie würde sich freuen, wenn neue Mitglieder zu der Gruppe dazustoßen. Trotz des Namens dürfen ausdrücklich auch Männer teilnehmen. Wer Interesse hat, mitzuwirken, kann sich an Elsbeth Reiner, Tel. 66  652, oder Maren von Dollen, Tel. 405-1016 wenden. Besondere Voraussetzungen muss man nicht mitbringen.

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