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Neues Ganztagsprojekt : Groth-Schule: Studenten übernehmen die Nachmittagsbetreuung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ein bundesweit einmaliges Ganztagsprojekt wurde in diesem Schuljahr an der Klaus-Groth-Schule gestartet.

shz.de von
erstellt am 16.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Neumünster | Ein bundesweit einmaliges Ganztagsprojekt wurde in diesem Schuljahr an der Klaus-Groth-Schule gestartet. Seit Ende August haben Schüler der fünften, sechsten und siebten Klassen die Möglichkeit, ein besonderes Angebot von Lehramtstudenten der Christian-Albrechts-Universität in Kiel zu nutzen: Täglich bieten die angehenden Lehrer vor Ort eine fundierte Hausaufgabenhilfe und Freizeitbetreuung an. Außerdem gibt es bei Bedarf Förderunterricht in den Fächern Mathematik und Englisch sowie ein Lese-Rechtschreib-Training. Gestern wurde das Projekt von Schuldezernent Günter Humpe-Waßmuth offiziell eingeweiht.

Schulleiter Jörg Jesper und Lehrerin Rahel Petersen, die das Projekt von schulischer Seite betreut, erläuterten ihm das Angebot. Student Jesper Jeute (29) vertrat als Geschäftsführer die Firma „Fjörde“, in der die angehenden Lehrer ihren Einsatz koordinieren.

Eine besonders wichtige Aufgabe hatte gestern der Fünftklässler Mohammed (10). Er durfte dem Schuldezernenten die Ganztagsbetreuung erklären. Dafür hatte sich der Schüler Fragen ausgedacht, die Humpe-Waßmuth auf seinem Rundgang durch das Betreuungsangebot lösen musste: Gemeinsam mit Hanna, die über ihren Mathe-Hausaufgaben saß, rechnete er einige Türme. Er musste die Regeln der Ganztagsschüler bewerten, durfte beim Geschicklichkeitsspiel Jenga Steine aus dem wackeligen Turm ziehen und raten, wie viele Mittagessen die Mensa schon ausgegeben hatte. Humpe-Waßmuth schaffte den Test nicht nur mit Bravour, sondern lernte auch gleichzeitig das Ganztagsangebot kennen.

Täglich steht den Groth-Schülern der drei unteren Jahrgänge jetzt eine Betreuung bis 15.15 Uhr zur Verfügung. Beaufsichtigt und unterstützt werden sie dabei von drei Studenten. „Sie können bei den Hausaufgaben fundiert Hilfestellung leisten“, erklärte der Schulleiter. Zwischendurch gehen die Schüler in Gruppen in die Mensa. Es werden Spiele gespielt, und auf dem Schulhof wird getobt. Wer Probleme in Englisch oder Mathe hat, kann zum gesonderten Förderunterricht gehen. „Dort unterrichten Fachstudenten in Kleingruppen, damit differenziert gearbeitet werden kann“, sagte Jesper Jeute. Zurzeit sind 45 Groth-Schüler für die Ganztagsbetreuung angemeldet. Finanziert wird das Projekt jährlich mit 13  000 Euro aus Landesmitteln. Die Stadt legte den selben Betrag noch einmal drauf. „Das ermöglicht uns unter anderem, die Fahrten zu finanzieren“, so Jeute. Außerdem entstehen den Eltern der Schüler durch die gesicherte Finanzierung keine Kosten für das Angebot.

Ausdrücklich lobten Schule und Studenten die Win-win-Situation für beide Seiten: Die Schüler erhalten eine fundierte Hilfestellung und Betreuung, während die Studenten erste Berufserfahrungen sammeln. Mittlerweile wird die Tätigkeit in den pädagogischen Seminaren sogar anerkannt, so Jeute.

Zusätzlich zur Groth-Schule sind die Studenten auch an der Wilhelm-Tanck-Schule im Einsatz. Jahrelange Erfahrungen bringen sie von der Ricarda-Huch-Schule in Kiel mit.

Sextaner Mohammed ist mit dem neuen Angebot auf alle Fälle sehr zufrieden: „Das macht Spaß und hilft“, lobt er. Und der Schulleiter ist sich sicher: „Auch von Elternseite ist der Bedarf da. Denn viele müssen arbeiten und sind froh über die Betreuung.“

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