Neumünster: Silvestermüll : Großreinemachen nach dem Böllern

André Spöring war mit seiner Kehrmaschine auf dem Kuhberg und anderen Geh- und Radwegen in der Innenstadt unterwegs.
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André Spöring war mit seiner Kehrmaschine auf dem Kuhberg und anderen Geh- und Radwegen in der Innenstadt unterwegs.

In nur drei Stunden Arbeit hatten die Kolonnen des TBZ gestern den gröbsten Silvestermüll beseitigt.

Neumünster | Am Neujahrs-Feiertag war Ruhe, doch gestern war nach der Silvesterknallerei Großreinemachen in der Innenstadt angesagt. Das Technische Betriebszentrum (TBZ) leistete dabei ganze Arbeit: Es dauerte gerade einmal drei Stunden, dann war gegen 9 Uhr am Vormittag alles wieder glatt und schier.

TBZ-Vorarbeiter Bernd Nissen begann seine Schicht um 6 Uhr in der Früh und wurde von den Geschäftsleuten schon freudig empfangen – „Bernd, schön dass du da bist. Deine Wohnstube sieht ja schrecklich aus.“ Nissens „Wohnstube“, das ist der Großflecken. Von hier aus arbeiteten sich Nissen und seine Kollegen über den Kuhberg zum Bahnhof. Erst danach waren die Nebenstraßen an der Reihe.

„Wir sind mit 30 Mann unterwegs“, berichtete Frank Schawohl, der beim TBZ die Straßenreinigung koordiniert. Drei Großkehrmaschinen reinigten die Straßen, drei kleinere Fahrzeuge waren auf den Geh- und Radwegen unterwegs. Allerdings heißt Aufräumen nach Silvester immer noch viel Handarbeit. „Die großen Batterien und die Raketenstöcke sind tödlich für die Kehrmaschine“, sagte Nissen. Damit die Maschinen sich nicht „verschlucken“, mussten Nissen und seine Kollegen in den Handkolonnen immer wieder mit Greifer, Harke und Schaufel ran.

„Es ist aber weniger geworden mit der Knallerei. Das war früher mehr, und da mussten wir auch noch die ganzen Buddeln und Scherben wegräumen“, so Nissen. der seine Problemecken genau kennt. Je weniger Kaufkraft, desto mehr werde geböllert. Selbst am Straßenrand parkende Autos sind keine Hürde. Nissen: „Die Kehrmaschinen haben einen Saugrüssel. Das ist wie bei einem großen Staubsauger.“ Die Gummilippen seien extra weich, um die Autos nicht zu beschädigen.

Nur auf dem Wochenmarkt musste Nissen passen und sich auf das Gröbste beschränken. Die Händler bauen schon vor dem TBZ-Einsatz auf. Heute wird hier mit dem Puster gereinigt.

Ein Ärgernis sind die vielen zerstörten Papierkörbe. Schawohl: „50 bis 60 sind wohl wieder draufgegangen. Da haben sich Jugendliche einen Spaß gemacht. Das ist jedes Jahr so.“ Die Stadt hat schon vor etlichen Jahren von Metall- auf Plastikkörbe umgerüstet. Die sind zwar billiger, aber auch schneller kaputt. Und das kostet dann doch. Bei etwa 30 Euro pro zerstörtem Papierkorb macht das 1800 Euro. Die Arbeitskosten sind dabei noch gar nicht eingerechnet.

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