Neumünster : Großflecken-Umbau vor dem Aus?

Eine nicht enden wollende Geschichte: Das Pflaster des Großfleckens wird wohl noch etwas länger in der derzeitigen Form und Gestalt auf dem Platz liegenbleiben.
Eine nicht enden wollende Geschichte: Das Pflaster des Großfleckens wird wohl noch etwas länger in der derzeitigen Form und Gestalt auf dem Platz liegenbleiben.

CDU und Bündnis für Bürger lehnen Antrag zur Bürgerbeteiligung ab / SPD: „Politik macht sich zum Horst“

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30. Juni 2018, 08:15 Uhr

Neumünster | Stadtteilvorsteherin Antje Klein aus der Innenstadt schüttelte nur den Kopf, und die Wut von Axel Westphal-Garken war ihm deutlich anzumerken. Er werde nicht weiter über das Thema debattieren, es sei längst alles gesagt, kritisierte der SPD-Ratsherr und legte nach: „Wir haben schon die vergangenen beiden Sitzungen über genau diese Fragen gesprochen. Die Arbeit von fünf Jahren wird hier konterkariert. Die Politik macht sich doch zum Horst.“ Vorausgegangen war eine denkbar knappe Entscheidung. Mit einem Patt lehnte der Planungs- und Umweltausschuss am Donnerstagabend den Antrag der Verwaltung ab, bei der Umgestaltung des Großfleckens die Bevölkerung zu beteiligen. SPD und Grüne stimmten dafür, CDU und Bündnis für Bürger dagegen, die FDP enthielt sich.

Damit dreht das seit Jahren diskutierte Thema eine weitere Runde. Skeptiker unken bereits, es stehe vor dem Aus. Für die Kommunalpolitik ist das vor allem die Schuld der Verwaltung. „Wir sind nicht gegen Bürgerbeteiligung. Aber uns liegt immer noch nicht das aus dem Rathaus vor, was wir gefordert haben“, begründete CDU-Ratsfrau Helga Bühse das Votum ihrer Fraktion. Zwar gebe es drei in einem Arbeitskreis ausgearbeitete Varianten (der Courier berichtete), doch die seien alle noch nicht von Dieter Rogalla abgenommen. Der Architekt hatte den Großflecken in seiner jetzigen Form entworfen und besitzt das Urheberrecht daran. „Hier hätte der Oberbürgermeister längst etwas Schriftliches fixieren können. Aber das gibt es leider nicht“, sprang ihr die stellvertretende SPD-Vorsitzende Franka Dannheiser bei diesem Punkt zur Seite. Sie verfolgte die Sitzung als Zuschauerin, hatte aber sonst auch nur ein Kopfschütteln übrig. „Das Votum ist eine Katastrophe.“

Stadtbaurat Thorsten Kubiak hatte zuvor gemahnt, die Politik solle den Mut haben zur öffentlichen Beteiligung. „Wir kreisen sonst wieder nur um den Großflecken und bekommen nichts vom Tisch.“ Thomas Michaelis (CDU) und Dr. Wolfgang Stein (FDP) hielten dem entgegen, die eingereichte Vorlage sei exakt die vom März. „Die Neupflasterung taucht gar nicht auf, ist aber vom Rat beschlossen“, monierte Michaelis.

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