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Bürgerentscheid : Großflecken: IHK weist Vorwürfe zurück

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im Vorfeld des Bürgerentscheids gibt es weitere Reaktionen der Industrie- und Handelskammer und Leserbriefe

Die Diskussion über die künftige Verkehrsregelung auf dem Großflecken geht weiter. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hat noch einmal ihr Engagement auf den Plakaten der Sperrungs-Gegner verteidigt.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Döring hatte kritisiert, dass die IHK sich dort rechtswidrig positioniere (der Courier berichtete). Rainer Bock, Zweigstellenleiter der IHK in Neumünster, sagte gestern dazu: „Es bleibt dabei, wir sind für eine Durchlässigkeit des Fahrzeugverkehrs auf dem Großflecken.“ Die Vorwürfe, die IHK dürfe sich nicht an der Plakataktion beteiligen, weist Bock energisch zurück. „Die IHK orientiert sich selbstverständlich im Rahmen der Gesetze an den Leitlinien, die das Bundesverwaltungsgericht gesetzt hat.“ Anders als das Verwaltungsgericht Stuttgart halte das Verwaltungsgericht Köln Plakatwerbung einer IHK für zulässig. „Als Sprachrohr der gewerblichen Wirtschaft darf die IHK im konkreten Fall sehr wohl an der Plakataktion teilnehmen“, erläuterte Bock.

Auch weitere Leserbriefe erreichen die Courier-Redaktion zu dem Thema:

Heinz Korn:

Die Halbierung des jetzigen Verkehrs

Die Berichte im Courier haben Zweifel an meinem Sprachverständnis und meinem Informationsstand aufkommen lassen. Sperrung bedeutet für mich: Eine Durchfahrt ist nicht mehr möglich, ggf. auch nicht für Taxen, Busse oder Sonderfahrzeuge. Darum geht es aber im Bürgerentscheid nicht. In diesem wird vielmehr gefragt, ob der Großflecken vom Durchgangsverkehr weitgehend oder ganz befreit werden soll. Laut Verkehrszählung wäre das etwa die Halbierung des jetzigen Verkehrs. Nach meinem Verständnis entscheidet der Bürger somit darüber, ob er eine ca. 50-prozentige Verkehrsberuhigung möchte oder ob der Großflecken wie bisher Transitstrecke durch die Innenstadt bleiben soll.

Eckhart v. Stülpnagel :                                                                                         

Krampfhafte Suche nach Ungereimtheiten


Sehr geehrter Herr Döring, in der letzten Ratssitzung haben Sie den Einzelhändlern ständiges Meckern vorgeworfen. Ich denke, nach einem missglückten Verkehrsversuch, der mit Ihrer Zustimmung abgebrochen wurde, und durch die entstehende Konkurrenz des neuen Einkaufszentrum sollten die Bedenken der Einzelhändler doch gerade für Sie verständlich sein. Denn man soll sich wundern: Wir ernähren die Familien unserer Mitarbeiter und unsere Familien davon. Nun werde ich das Gefühl nicht los, Herr Döring, dass Sie krampfhaft auf der Suche nach Ungereimtheiten in der Werbeaussage „Offener Großflecken“ sind. Ich finde es durchaus legitim, dass der Verein Stadtmarketing, der Einzelhandelsverband und die IHK sich für die Interessen der Einzelhändler einsetzen. Ferner finde ich die Aussage „Offener Großflecken“ in der Verkürzung nicht falsch, wenn nach einem Gutachten der Stadt für 50 Prozent des Verkehrs der Großflecken geschlossen werden soll.

Da die Umsetzung des Bürgerentscheids bis zur Fertigstellung des ECE ausgesetzt ist, wäre mein Vorschlag, dass man nach dem Bürgerentscheid den größtmöglichen gemeinsamen Nenner mit dem geringstmöglichen finanziellen Aufwand versuchsweise umsetzt. Und ich glaube, der größte gemeinsame Nenner ist größer, als man im ersten Moment denkt: Entschleunigung des Verkehrs. Machen wir dem Autofahrer klar, dass die Straße nicht ihm alleine gehört, dass er nur 20 km/h fahren darf und der Fußgänger Vorrang hat. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Entschleunigung die Anzahl der Durchfahrer stark reduzieren wird. Viele Begleitmaßnahmen der Sperrung wären dann nicht nötig. Geben wir den Busfahrern zu den bekannten Stoßzeiten mehr Zeit, den Großflecken zu durchfahren. Dann gibt es auch keine Verspätungen.

Sorgen wir gemeinsam für eine attraktive und interessante Innenstadt.

 

 

 

 

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erstellt am 13.Mai.2014 | 06:45 Uhr

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