Bauausschuss : Großflecken: Gutachter sind am Zuge

Das Pflaster auf dem Großflecken soll weg: Welche Platten, Klinker oder Plaster stattdessen verlegt werden, bleibt vorerst offen.
Das Pflaster auf dem Großflecken soll weg: Welche Platten, Klinker oder Plaster stattdessen verlegt werden, bleibt vorerst offen.

Maximal drei Planungsbüros sollen ihre Vorstellungen für die künftige Platzgestaltung vorlegen. Die Entscheidung über das Pflaster bleibt weiter offen

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09. Mai 2015, 09:00 Uhr

Neumünster | Das künftige Erscheinungsbild des Großfleckens bleibt vorerst nebulös. Mit sechs zu fünf Stimmen ließ der Bau- und Planungsausschuss am Donnerstagabend einen Vorstoß der CDU durchfallen, den Planern bei den Gestaltungsentwürfen für den zentralen Platz bereits jetzt feste Vorgaben für die Pflasterung mit den Weg zu geben.

Um die Planungen voranzutreiben und „allzu exotische Entwürfe“ (Helga Bühse) von vornherein auszuschließen, hatte die CDU vorgeschlagen, von der Verwaltung drei Pflastervarianten aussuchen zu lassen, die sich in der Stadt bereits an anderer Stelle bewährt haben. Aus CDU-Sicht hätten sich damit gegebenenfalls auch neuerliche Diskussionen über die Rollator- oder Kinderwagentauglichkeit neuer Pflastervarianten erübrigt.

SPD, Grüne und BfB überzeugte das allerdings nicht. Ausschuss-Chef Axel Westphal (SPD) warnte ebenso wie Parteifreundin Franka Dannheiser davor, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Die Vorfestlegung auf bestimmte Pflastervarianten konterkariere die „Planungen aus einem Guss“, die die Politik einvernehmlich beschlossen habe, sagte Westphal. Bei allen verständlichen Wünschen, die Planungen für „Neumünsters Wohnzimmer“ voranzutreiben, gelte es, das Gesamtkonzept abzuwarten, bevor Details festgelegt werden, so Westphal. Lediglich Wolfgang Stein (FDP) stimmte mit der CDU.

Einstimmig stoppte der Ausschuss dagegen die Idee der Verwaltung, gleich fünf Planungsbüros für jeweils 20 000 Euro mit der Ausarbeitung des vom Rat beschlossenen Innenstadtkonzeptes zu beauftragen. Stattdessen sollen jetzt maximal drei Büros ihre Gestaltungsvorschläge für den Großflecken vorstellen. Die Planungskosten sinken damit von 100 000 auf 60 000 Euro.

Die gesammelten Ideen und Entwürfe – etwa zum Zusammenspiel von Grünzonen, Flaniermeilen, Parkplätzen und attraktiven Veranstaltungsflächen – sollen später, so der Plan, in einem Gremium aus Politik, Verwaltung und externen Fachleuten ausgewertet und als Masterplan geschnürt dem Rat zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Die Stadt will die Planungsaufträge noch vor der Sommerpause vergeben, erste Ergebnisse der Büros könnten so nach den Sommerferien vorliegen.

Nicht durchsetzten konnte sich die CDU mit ihrer Forderung, in den Vorgaben für die Planungsbüros einen Verzicht auf urheberrechtliche Ansprüche zu verankern. Thomas Michaelis erinnerte an die jahrelangen Auseinandersetzungen der Stadt mit dem Hamburger Architektenbüro Rogalla, das in der Vergangenheit wiederholt bauliche Veränderungen am Großflecken mit Hinweis auf das Urheberrecht des Architekten verhindert hatte. „Ein solches Theater möchten wir nicht noch einmal erleben“, mahnte Michaelis. SPD, Grüne und BfB hielten die Auflage für überflüssig: Da es keinen städtebaulichen Wettbewerb gebe, könnten auch keine Urhebrrechte aus den Vorschlägen der Planer abgeleitet werden, sagte die Bauexpertin der SPD, Franka Dannheiser.

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