Großflecken: CDU und SPD haben kein Interesse am Architekten

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23. Juli 2014, 15:04 Uhr

Die beiden großen Fraktionen in der Ratsversammlung haben sich kritisch zu den Plänen von Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras geäußert, gemeinsam mit dem Großflecken-Architekten Dieter Rogalla an Veränderungen zu arbeiten. Daran zeigen SPD und CDU sehr wenig Interesse.

Die SPD hat mit Interesse zur Kenntnis genommen, dass der OB mit dem Großflecken-Architekten Rogalla gesprochen hat. „Aber das Ergebnis ist dürftig“, meint der SPD-Fraktionsvorsitzende Uwe Döring in einer Pressemitteilung und kommentiert damit den Courier-Bericht von Dienstag über das Gespräch mit Rogalla zur Pflasterung des Großfleckens.

Tauras irre aber, wenn er meine, dass niemand eine komplette Neugestaltung des Großfleckens wolle, meint Döring: „Gerade die jahrelangen Hinweise der Verwaltung auf das Urheberrecht haben zu großem Unmut bei den Menschen und in der Politik geführt. Wir wissen aber nicht, ob und in welchem Umfang es wirklich existiert. Die Dreiecksform des Platzes ist durch die Bebauung vorgegeben, und der Straßenzug ist lediglich eine Wiederaufnahme der historischen Straßenverbindung. Eine eigene künstlerische Leistung kann daher nur die Oberflächengestaltung sein – und gerade hier wollen wir uns nicht mehr gängeln lassen“, sagte Döring. Jetzt müsse über den Großflecken grundsätzlich neu nachgedacht werden, und es dürfe „kein neues Denkverbot von Rogalla & Co geben“.

Der Neubau von ECE zwingt nach Dörings Auffassung die Ratsversammlung dazu, eine neue Identität des Platzes zu finden. Deshalb habe die SPD auch den Prüfaufträgen der CDU zugestimmt. Döring erinnert daran, dass auf Antrag der SPD vom Rat einstimmig eine Prüfung beschlossen wurde, unter welchen Rahmenbedingungen die jetzige Oberflächengestaltung durch eine völlig neue Gestaltung bzw. durch eine andere Pflasterung ersetzt werden kann. Das Ergebnis sei zeitlich überfällig. Döring: „Keinesfalls wird dieser Auftrag durch einen Vorschlag der Bauverwaltung in Absprache mit Rogalla erfüllt, wie es der OB angekündigt hat. Die Menschen wünschen sich einen attraktiven Platz und kein Architektendenkmal!“

Auch aus der CDU kamen gestern kritische Töne. Ratsfrau Helga Bühse und Thomas Michaelis, Mitglied im Bauausschuss, zeigten sich erstaunt darüber, dass die Verwaltung Vorschläge für eine Neupflasterung nun offenbar in Absprache mit Rogalla erarbeiten und den Gremien vorlegen wolle. „In den Beschlüssen von Ratsversammlung und Bauausschuss ist von Herrn Rogalla keine Rede. Wir halten es für völlig abwegig, dass die Verwaltung Herrn Rogalla nunmehr vorab ein Vetorecht für Verwaltungsvorschläge einräumen möchte“, teilten die CDU-Leute mit.

Die CDU geht wie die SPD davon aus, dass das Urheberrecht des Architekten Rogalla bei einer völligen Neugestaltung nicht relevant ist. „Wir haben gar kein Interesse daran, uns in Gestaltungsfragen mit Herrn Rogalla und später allen seinen möglichen Erben bis zum Ende dieses Jahrhunderts abzustimmen“, sagte Michaelis. Das Beispiel Kleinflecken zeige, „dass es nicht nur ausreicht, einen Platz ‚schöner‘ zu machen, sondern dass ein in sich stimmiges, auf Besucher- und Kundenverhalten abgestimmtes Konzept für einen großen Platz erforderlich ist. Genau das hat die CDU in Grundzügen für den Großflecken geliefert und das bedarf jetzt der weiteren Detailplanung.“

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