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Bürgerentscheid in Neumünster : Grossflecken: Autofahrer haben auf jeden Fall das Nachsehen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Am 25. Mai haben die Neumünsteraner die Wahl: Per Bürgerentscheid stimmen sie darüber ab, ob der Großflecken für den Durchgangsverkehr gesperrt wird, oder ob Ampeln massiv den Zufluss begrenzen werden.

shz.de von
erstellt am 16.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Neumünster | Wem es noch nicht klar war, dem dürfte gestern Abend in der Ratssitzung beim Tagesordnungspunkt 9.2 ein Licht aufgegangen sein: Für Autofahrer wird sich in der Innenstadt eine Menge ändern – egal, wie der Bürgerentscheid ausgeht. Das geht aus den Antworten der Stadtverwaltung auf eine Große Anfrage der SPD-Fraktion hervor.

Die Bürger haben am 25. Mai die Wahl, ob der Großflecken für den Durchgangsverkehr gesperrt wird, oder ob am Gänsemarkt und am Rathaus die Ampeln massiv den Zufluss begrenzen werden. Eine Verkehrsberuhigung kommt auf jeden Fall. Beim „Ja“ der Bürger wird der Großflecken wie im Verkehrsversuch 2013 gesperrt - allerdings rund um die Uhr. Beim „Nein“ können Autos wie jetzt auch über den Großflecken fahren, haben aber vorher deutlich länger Rot. „In der Folge werden die vorhandenen Rückstaus, die bislang auf dem Großflecken auftreten, auf die Altonaer Straße und den Kuhberg verlagert“, teilte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras mit. Alle Gutachter der vergangenen Jahrzehnte hätten der Stadt immer wieder zur Sperrung des Großfleckens geraten. Auf die ausdrückliche Frage der SPD-Fraktion, welche Variante der OB persönlich bevorzuge, gab er eine ausweichende Antwort.

Fraktionschef Uwe Döring, dessen SPD sich bereits für eine Sperrung ausgesprochen hat, fasste zusammen: „Nichts bleibt, wie es ist. Staus gibt es auf jeden Fall. Der Autofahrer steht im Stau, holpert dann über Schwellen oder steht vor Fußgängerampeln und merkt am anderen Ende, dass er künftig nicht mehr durchfahren will. Beim Wild sprechen die Jäger da wohl von ,Vergrämung’“, meinte Döring. Er äußerte sich auch zu dem Plakat am Karstadt-Haus: „Die Einzelhändler sind immer die ersten, die schimpfen, und suchen selten die Schuld bei sich.“

Dafür bekam er Schelte von der CDU-Fraktionsvorsitzenden Babett Schwede-Oldehus: „Wir brauchen den Einzelhandel. Wenn die Kaufleute für den offenen Großflecken sind, ist das eine klare Ansage. Die betreiben schließlich die Geschäfte und müssen ihr Geld erarbeiten.“ Die CDU wolle keine Mauer um die Innenstadt ziehen. Entscheiden würden aber am Ende die Bürger.

Thomas Krampfer von den Grünen hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für eine Sperrung. „Jeder kommt rein, aber keiner soll durchfahren können“, meinte Krampfer und stellte gleichzeitig die Umsatzeinbußen des Handels vom Sommer 2013 in Frage. „Wenn es die überhaupt gab, kann das nicht am Verkehrsversuch gelegen haben, denn die großen Parkflächen Waschpohl, City-Parkhaus und Karstadt hatten keine nennenswerten Rückgänge“, sagte er.

Gerd Kühl (CDU) kritisierte die „zu pauschale Schelte gegen den Handel und die Unternehmer“, ging aber auch auf die Stadtverwaltung los. „Mit den Antworten auf die Anfrage kann man nicht zufrieden sein. Es gibt Einheiten in der Verwaltung, die stellen zielgerichtet etwas in den Raum.“

OB Tauras kündigte an, dass es am 14. Mai eine große Informationsveranstaltung zum Bürgerentscheid in der Stadthalle geben werde.

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