Neumünster : Großflecken als klarer Gewinner

Umfrage zum Standort des Wochenmarktes war eindeutig

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01. April 2011, 08:24 Uhr

Neumünster | "Die Kunden haben mit den Füßen abgestimmt", sagt der Sprecher der Wochenmarkthändler, Stefan Wegener, und ist überzeugt: "Der Großflecken hat sich als richtiger Standort erwiesen." Die Stadt hat es jetzt auch schwarz auf weiß: In einer Umfrage bei Marktbeschickern, dem Einzelhandel in der Innenstadt und den Wochenmarktkunden hat sich eine deutliche Mehrheit für den Großflecken entschieden (der Courier berichtete gestern).

Drei Viertel der Markthändler und Wochenmarktbesucher bewerteten den Standort Großflecken als "gut" oder "sehr gut". Beim Kleinflecken gab es diese Bestnoten nur von 20 Prozent der Markthändler und 32 Prozent der Kunden.

Bei den Einzelhändlern schwankt die Einschätzung je nach Adresse: 70 Prozent der befragten Geschäfte liegen am Großflecken. Hier hat sich der Umsatz durch den Umzug des Marktes verbessert. Kehrseite der Medaille: Die Geschäfte am Kleinflecken, an der Lütjenstraße und an der Mühlenbrücke sind die Verlierer des Umzugs: 89 Prozent der Läden am Kleinflecken verzeichnen Umsatzeinbußen, an der Lütjenstraße sind es 53 Prozent und an der Mühlenbrücke 58 Prozent.

Der Wochenmarkt beschert auch den umliegenden Geschäften Laufkundschaft. Das mag sich wie eine Binsenweisheit anhören, ist aber durch eine von der Marktforscherin Eileen Hansen im Auftrag der Stadt erstellte Studie jetzt erwiesen. Händler-Sprecher Stefan Wegener formuliert es so: "Der Wochenmarkt ist ein Event für die Innenstadt - und das 150 Mal im Jahr. An diesen Tagen ist die Innenstadt um 10 Uhr morgens voll. Und das sind keine Zuschauer, das sind Kunden."

Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras hatte die Ergebnisse der Umfrage am Mittwoch zuerst den Ratsfraktionen, dann den Markthändlern vorgestellt und dann nach positiven Signalen entschieden: "Der Wochenmarkt bleibt auf dem Großflecken!"

Die Stadt werde sich jetzt einiges einfallen lassen, "um den Kleinflecken zu bespielen", so Tauras. Der Platz war mit Millionenaufwand umgestaltet worden und sollte ausdrücklich wieder Schauplatz des Marktes werden. Am zweiten Mai-Wochenende soll er eingeweiht werden. Der Kleinflecken ist laut Marktmeister Timo Adrian "marktfähig", und das muss er auch sein, wenn der Großflecken, etwa zur Holstenköste im Juni, nicht für den Markt zur Verfügung steht. Dann muss auf den Kleinflecken ausgewichen werden. Doch das soll laut Tauras "die Ausnahme bleiben". Der Weihnachtsmarkt habe gezeigt, dass er auch parallel mit anderen Veranstaltungen auf dem Großflecken stattfinden könne.

Die Umfrage hat nicht nur den Wochenmarkt-Standort entschieden, sondern brachte auch dem Handel wichtige Erkenntnisse: Das Gros der Kunden kommt aus Neumünster und speziell aus der Innenstadt. 75 Prozent sind älter als 60 Jahre, 90 Prozent bezeichnen sich als Stammkunden, viele kommen jetzt sogar öfter. Wegener: "Die automobilen Kunden, die direkt am Kleinflecken parkten, die haben wir verloren. Doch das wurde mehr als kompensiert durch die neue Laufkundschaft." Da es jetzt Planungssicherheit gebe, werde man sich der Nordhälfte des Marktes mit den Saisonhändlern annehmen, um auch diesen Teil zu einem geschlossenen Bild zu formieren.

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