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Stolperfallen : Großflecken: „Alles ist besser als jetzt“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Fläche vor dem Übergang zur Lütjenstraße soll stolperfrei werden. Der Stadtteilbeirat Mitte diskutierte über drei mögliche Varianten.

Neumünster | Der Stadtteilbeirat Mitte will die Stolperfallen auf dem Großflecken beseitigen. Auf ihrer Sitzung am Mittwochabend sprachen sich die Mitglieder mit vier Ja-Stimmen und zwei Enthaltungen dafür aus, dem Vorschlag der Verwaltung zu folgen. Der sieht vor, eine ausgewählte Fläche zwischen dem Pavillon und dem Übergang zur Lütjenstraße mit Kunstharz zu verfugen und danach einmal zu schleifen.

„Das Teilstück wurde gewählt, weil sich dort im Wesentlichen die Passantenströme abspielen“, erklärte Heiner Feilke. Der Abteilungsleiter Grünflächen im städtischen Bauamt hatte zuvor die Möglichkeiten für eine Verbesserung der Situation vorgestellt. In Betracht käme zum einen eine komplette Neupflasterung des Teilstücks mit Steinen wie am Kleinflecken, die für eine deutlich bessere Begehbarkeit sorgen sollen. Knackpunkt ist hier jedoch der Kostenfaktor: Für diese Fläche von rund 1100 Quadratmetern läge der Preis bei rund 250 000 Euro. Die zweite Alternative wäre, das jetzige Pflaster einfach neu zu verlegen. „Das würde jedoch zu keiner wesentlichen Verbesserung beitragen“, sagte Feilke. Die dritte und vom Beirat favorisierte Möglichkeit ist, die Fläche mit Kunstharz zu verfugen. Inklusive Schliff des Pflasters kostet das laut Feilke rund 125 000 Euro.

In einem Feldversuch wurden im Übergang zur Lütjenstraße auf rund zehn Quadratmetern bereits kleinere Probeflächen angelegt (der Courier berichtete). „Wir haben dort vier verschiedene Varianten eingesetzt. Dazu gehören neben dem unbearbeiteten Bestandspflaster auch drei Versionen mit Kunstharz – einmal ohne Schliff und zwei weitere mit jeweils geringem und starken Schliff“, erklärte Feilke. „Wichtig ist uns, dass der Charakter des Platzes erhalten bleibt. Daher wollen wir keine platzfremden Materialien einsetzen“, betonte der Mitarbeiter der Stadt.

Die Sorge von Klaus-Dieter Iwers (Grüne), ob bei Starkregen Schadstoffe ins Grundwasser gelangen könnten, konnte Feilke entkräften: „Nach Informationen des Herstellers gibt es diesbezüglich keine Probleme.“

Die Stadtteilvorsteherin Antje Klein (SPD) zeigte sich mit der Lösung zufrieden. „Der Charakter des Platzes bleibt erhalten, und mit der Entscheidung, die Fläche einmal zu schleifen, haben wir uns nichts verbaut. Zudem könnte es bei zweimaligem Schleifen zu Problemen bei Glatteis kommen“, sagte sie. Auch Jann Franken (SPD) äußerte sich zufrieden: „Jede Lösung ist besser als die jetzige.“ Das Thema soll nun in einer der nächsten Sitzungen des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses weiter erörtert werden. Darüber hinaus empfahl der Beirat der Verwaltung einstimmig, die Verbesserung des Radweges am Großflecken in Angriff zu nehmen.

Weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Öffnung der Schleusau. Die Stadt will vor dem Museum Tuch + Technik ein weiteres Stück Bach zurück ans Tageslicht holen. Mit der Öffnung des Wasserlaufs soll auch der Platz grundlegend umgestaltet werden (der Courier berichtete). Begleitet wird die Entwicklung der Grünanlage vom Lübecker Büro für Landschaftsarchitektur, Trüper Gondesen Partner. Architekt Tonio Trüper präsentierte in ersten Entwürfen, wie die Gestaltung des Umfelds geplant ist. Angedacht sind ein Heckenblock und mehrere neue Bäume, unter anderem Feldahorn, Rotbuche und Weißdorn. Vor der Fassade des Museums sollen Krokusse in die Rasenflächen gesetzt werden. Sitzgelegenheiten sollen zum Verweilen einladen, halbhohe Pollerleuchten, die in den Heckenblock integriert werden, für ansprechende Beleuchtung sorgen.

Bemängelt wurde von einem Zuhörer, dass keine ausreichende Trennung zwischen Fuß- und Radweg vorhanden sei. Dem stimmte auch Beirats-Mitglied Hans Lindemann (CDU) zu. „Man sieht auch am Kuhberg, dass diese Trennung nicht funktioniert“, sagte er. Architekt Tonio Trüper sah dieses Problem nicht. „Die Trennung funktioniert wunderbar. Außerdem sollten sich die Verantwortlichen bei der Gestaltung des Stadtraumes nicht nur am Verkehr orientieren“, sagte er.

Der Stadtteilbeirat sprach sich bei einer Enthaltung dafür aus, die Entwurfsplanung umzusetzen. Mit den Arbeiten soll laut Feilke voraussichtlich nach der Holstenköste begonnen werden.

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