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Gadeland : Großes Staunen über die Puppe aus Bananenblättern

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Gastbetreuerin aus Tansania fühlt sich bei den Lütten in der Kita Gadeland pudelwohl – und die bei ihr

Neumünster | Sie ist zum ersten Mal von zu Hause weg, und dann gleich mehr als 6800 Kilometer. Irene Marenge aus Tansania ist für ein Jahr in Neumünster zu Gast. Im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes arbeitet sie in der Kita Gadeland und in der Ökumenischen Arbeitsstelle des Kirchenkreises.

„Von allen Orten, an die ich hätte kommen können, ist dies der beste!“, schwärmt Irene. Die Menschen im Kirchenkreis hätten sie so nett aufgenommen, warm, offen, interessiert. Nicht nur die Erwachsenen, auch die Kinder der Kita Gadeland, wo sie sich sofort wohl gefühlt habe.

Hier am Krogredder hilft die Tansanierin zwei Tage die Woche mit, nebenbei paukt sie fleißig Deutsch. „Die Kinder sind ganz fasziniert, wenn sie merken, da ist ein Erwachsener, der ver-steht mich nicht“, lacht Kitaleiterin Nina Lohr. „Eine tolle Erfahrung für alle, wir freuen uns auf das Jahr mit ihr!“

Gleich am ersten Tag staunten die Lütten über die Puppe aus Bananen-blättern, die Irene mitgebracht hatte. Aber auch die 24-Jährige entdeckt täglich Neues: „In Deutschland spielen die Kinder mit gekauften Sachen, aber die Freude, das Lachen beim Spielen ist gleich. Das war spannend zu sehen!“

Wenn sie nicht in der Kita oder beim Sprachkurs ist, arbeitet die Afrikanerin in der Ökumenischen Arbeitsstelle des Kirchenkreises. Irene hilft bei Übersetzungen, will die Partnerschaftsarbeit zwischen Kirchenkreis und Gemeinden im Kongo und in Tansania unterstützen. Silke Leng ist dort ihre Chefin und gleichzeitig ihre Gastmutter für ein Jahr. Bei den Lengs zu Hause hat sie Käsebrot für sich entdeckt, das kannte sie vorher nicht. „Aber zurzeit ist jedes neue Essen, das ich probiere, mein Lieblingsessen!“ Genau deshalb wollte die College-Absolventin unbedingt ins Ausland, um neue Erfahrungen zu sammeln.

Ihr Jahr in Deutschland absolviert Irene im Rahmen des „Weltwärts“-Projektes, einem Freiwilligendienst der Bundesregierung, der auch junge Deutsche ins Ausland sendet. Nach ihrem College-Abschluss in „International Relations“ (Internationale Beziehungen) soll das Jahr in Neumünster der Start in eine Karriere werden.

Zu Hause ist Irene Marenge in der Nähe der Stadt Moshi am Kilimanjaro, wo ihre Eltern das haben, was man zum Leben braucht, aber auch nicht viel mehr.

Schule war der Familie immer wichtig, auch für das einzige Mädchen von vier Kindern. Das ist in Tansania nicht selbstverständlich. „Bildung macht nur Sinn, wenn man sie nutzt“, sagt Irene kämpferisch. „Ich kenne viele Mädchen, die haben eine Ausbildung, aber sie stecken das alles irgendwie in eine dunkle Tasche und holen es nie wieder raus, weil sie heiraten.“

Irene Marenge selbst hofft auf die Zukunft: „Es ändert sich etwas in Tansania. Aber es ändert sich langsam“.

Wenn sie zurück an den Kilimanjaro geht, will Irene Marenge sich einen Job suchen, am liebsten in einem Unternehmen ihr Land in der Welt vertreten. Hier in Deutschland will sie dafür so viel wie möglich lernen, hat sich die junge Frau fest vorgenommen.

 



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erstellt am 17.Feb.2015 | 05:00 Uhr

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