Kultur : Großes Orchester bot ein großes Konzert

Klanggewaltig: Zwei Schulen aus Neumünster und drei aus Eutin brachten ein Orchester mit über 70 Schülern zusammen, die in der Anscharkirche gemeinsam aufgetreten sind. Mit allein über 20 Violinisten bildeten die Streicher eine der größten Gruppen innerhalb des Großorchesters.
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Klanggewaltig: Zwei Schulen aus Neumünster und drei aus Eutin brachten ein Orchester mit über 70 Schülern zusammen, die in der Anscharkirche gemeinsam aufgetreten sind. Mit allein über 20 Violinisten bildeten die Streicher eine der größten Gruppen innerhalb des Großorchesters.

200 Gäste lauschten in der Anscharkirche dem Zusammenspiel von fünf Schulen

shz.de von
23. Januar 2015, 06:30 Uhr

Neumünster | Die Mittel-Ostholsteinische-Orchesterfreundschaft zwischen Neumünster und Eutin geht ins zwölfte Jahr: In der Anscharkirche gaben die Orchester der Klaus-Groth-Schule, der Gemeinschaftsschule Brachenfeld und von drei Eutiner Schulen unter der Leitung von Maike Drenkhahn am Mittwochabend ihr beachtliches Jahreskonzert.

„Wir arbeiten in guter, langjähriger Tradition zusammen“, begrüßte die Schulleiterin der GS Brachenfeld, Silke Rohwer, die rund 200 Gäste. Almut Frahm, die das Schulorchester der Klaus-Groth-Schule leitet, erklärte: „Diese Kooperation ist etwas ganz Besonderes in Schleswig-Holstein. Wann haben die Schüler sonst die Gelegenheit, in dieser Größenordnung zu spielen? Da sind wirklich anspruchsvolle Stücke bei, die in dieser großen Gruppe präsentiert werden können.“

Tradition ist auch das gemeinsame Üben in Scharbeutz: Von Dienstag bis Donnerstag haben die Schüler gemeinsam gelernt und hatten professionelle Unterstützung von Mitgliedern des Lübecker Sinfonieorchesters.

Christian Schröder, musikalischer Leiter der Brachenfelder Schule und Mitinitiator des Gemeinschaftsprojekts, sagte über die Gründungsidee: „Wir waren alleine einfach zu klein. Nun ist, bis auf die seltenen Instrumente Fagott und Oboe alles dabei.“

Selbst das nicht so häufig anzutreffende Horn, Instrument des Jahres 2015, war dreimal vertreten. Der erst zehnjährige Ole Zöllner vom Brachenfelder Orchester hat es vor zweieinhalb Jahren zu schätzen gelernt: „Eigentlich war das ein Vorschlag meines Chorleiters. Mir gefallen an dem Instrument besonders die Höhen. Am liebsten spiele ich aus diesem Programm ,Wipe Out’, am schwierigsten ist die Filmmusik aus ,Indiana Jones’.“

Die beiden genannten Titel waren die letzten und modernsten der insgesamt zwölf Stücke, die die rund 70 Schüler in etwas über einer Stunde zum Besten gaben. Beginnend mit dem „Prélude en rondeau“ von Marc Antoine Chapentier aus dem 17. Jahrhundert spielten sich die Musiker durch die Epochen und nahmen unter anderem Wolfgang Amadeus Mozart, Peter Tschaikowsky und John Kander mit auf die Reise.

Levi Burmeister von der Klaus-Groth-Schule gab ein Trompetensolo zu Georg Friedrich Händels „Concertino für Trompete und Streicher“. Das Publikum belohnte ihn und die über 20 Violinisten plus Cellisten, Bratschisten und Kontrabassisten mit einem Riesenapplaus. Voluminös füllten die Töne den Kirchenraum aus, und die Besucher im Gebetsraum und auf der Empore genossen das satte Klangerlebnis.

Nach stehendem Beifall gab es als Zugabe die Titelmusik der Muppets. „Ein toller Auftritt! Das ist ein fantastisches Orchesterprojekt“, sagte Michaela Zöllner, die stolze Mutter des Hornisten Ole, am Ende begeistert.

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