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Holsteinischer Courier

17. Dezember 2017 | 23:11 Uhr

Windkraft : Großes Gebiet bei Tasdorf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Planer fordert die Bürger zur Stellungnahme auf.

Tasdorf | In Tasdorf könnte die größte Windeignungsfläche im Kreis Plön entstehen. Davon sind auch die Gemeinden Bönebüttel, Großharrie und Schillsdorf betroffen.

Landschaftsplaner Enno Meier Schomburg aus Hoisdorf stellte die aktuelle Standortplanung für die Gemeinde Tasdorf am Donnerstag auf einer Einwohnerversammlung vor. Seit Dezember können sich Bürger direkt an der Stellungnahme zu den aktuellen Planungsflächen beteiligen (der Courier berichtete). „Noch bis zum 30. Juni ist das möglich und sollte auch genutzt werden“, meinte Jörg Engelmann, Vorsteher im Amt Bokhorst-Wankendorf.

Neben Tasdorf sind von der aktuell mit 164,28 Hektar ausgewiesenen Fläche auch die Nachbargemeinden Bönebüttel, Großharrie und Schillsdorf betroffen. Dieses Gebiet und eine Fläche bei Fargau-Pratjau sind die größten aktuellen Windenergieeignungsfläche im Kreis Plön. In zwei Teilstücken zieht sich die Fläche fast zwei Kilometer nördlich und südlich entlang des Busdorfer Weges. Tasdorfs stellvertretender Bürgermeister, Dietrich Laß, kritisierte, dass die Planung auf die im Gebiet liegenden Einzelgehöfte und die nahe gelegene Siedlung Busdorf wenig Rücksicht nehme. „400 Meter entfernt von Windkraftanlagen und in der direkten Sichtachse möchte ich nicht wohnen“, meinte Laß. Zu geschlossenen Siedlungen gelten 800 Meter Abstand. „Gibt es Bürger unterschiedlicher Schutzklassen?“, fragte Laß. Bürgermeister Hans-Heinrich Sievers hatte die Sitzungsleitung als betroffener Grundeigentümer an den stellvertretenden Bürgermeister abgegeben.

Immerhin besuchten 60 der insgesamt 345 Tasdorfer Bürger die Versammlung. „Eigentlich ist der Umlandraum rund um Neumünster bereits zur Genüge mit Windkraftanlagen gefüllt“, meinte die Tasdorfer Unternehmerin und Pferdezüchterin Petra Wilm. Außerdem sei es unbefriedigend, dass der Netzausbau im Land nicht hinter dem Anlagenbau herkomme und der Steuerzahler letztlich auch für stillstehende Anlagen, deren Strom nicht abgenommen werden könne, zahlen müsse, sagte Jörg Engelmann.

Ähnlich wie in Tasdorf verlief die Diskussion in Bönebüttel. Dort fand am Tag zuvor eine Einwohnerversammlung statt. Neben der Tasdorfer Fläche gibt es im Siedlungsbereich Husberger Moor – die Gemeinden Bönebüttel und Rendswühren berührend – eine Eignungsfläche mit einer Größe von 62,25 Hektar Größe, die Evelyn Krüger von der Stadtplanung Neumünster vorstellte. Wie in Tasdorf äußerten Bönebütteler Anwohner Bedenken zu möglichen Abständen von nur 400 Metern zu vorhandenen Wohnbebauungen. Außerdem sei im Bönebütteler Gebiet der Verbleib eines Schwarzstorchbrutpaares nicht geklärt.

Aktuell läuft das Beteiligungsverfahren des Landes Schleswig-Holstein (bolapla-sh.de). „Jede Stellungnahme wird durch das Land bearbeitet und geprüft“, erklärte Enno Meier Schomburg in Tasdorf. 



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