Abschiedsparty bei Uhlig : Großer Abschied mit vielen Freunden

Das ist noch viel Motorrad: Peter Harms (links) und Wolfgang Uhlig zeige ihre Haruhschi, die sie 1985 gemeinsam mit Ingo Schinowski entwickelten.
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Das ist noch viel Motorrad: Peter Harms (links) und Wolfgang Uhlig zeige ihre Haruhschi, die sie 1985 gemeinsam mit Ingo Schinowski entwickelten.

Nach fast 50 Jahren schließt Wolfgang Uhlig seine Fahrrad- und Motorradfirma. Viele Weggefährten kamen vorbei

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23. Juni 2014, 08:00 Uhr

„Totalausverkauf“. Auf den ersten Blick wird es emotionslos, bei näherer Betrachtung als eine Einladung zum Feiern. Ein großes Schild im Innenhof des Zweiradspezialisten Uhlig wies die Besucher am Sonnabend bereits von Weitem auf die Schließung des Traditionsunternehmens hin. Vor dem Schild luden Tische, Stühle und ein großes Buffet zum Verweilen. Wolfgang Uhlig und sein Team hatten es nicht auf Schnäppchenjäger abgesehen, sie wollten gemeinsam mit Freunden und langjährigen Kunden das Ende einer Ära feiern (der Courier berichtete).

„Wolfgang Uhlig ist jetzt 70 Jahre alt und möchte in den verdienten Ruhestand gehen. Obwohl das Geschäft auch nach 48 Jahren immer noch gut läuft, haben wir keinen Nachfolger gefunden“, erklärte Verkaufsleiterin Monika Henning die Hintergründe der Schließung. „Wir hätten am 30. Juni, dem offiziellen Ende, auch einfach die Türen abschließen können, aber wir haben mehr als 1000 feste Kunden und von denen wollten wir uns verabschieden“, sagte sie.

Viele dieser Stammkunden, von denen manche längst zu Freunden geworden sind, waren dann auch erschienen. Der ehemalige Gras- und Sandbahn-Profi und Deutscher Meister von 1978, Ottmar Schneider, war extra aus Bremen angereist. „Wolfgang und ich kennen uns schon ewig. Außerdem brauchte ich noch ein paar Kettenräder. Bei Uhlig werden die Rohlinge noch selbst gemacht. Solche kriegt man sonst nirgends. Ich hätte sie mir auch schicken lassen können, aber ich wollte mich persönlich von Wolfgang und seinem Team verabschieden“, sagte der 77-Jährige.

Das wollten auch Beata von der Ropp-Brenner und Jochen Seligmann. Bewundernd standen die beiden Wasbeker vor der „Haruhschi“, die Wolfgang Uhlig 1985 gemeinsam mit Peter Harms und Ingo Schinowski entwickelt hatte und dann in der eigenen Werkstatt produzierte. „Welcher Händler hat schon ein eigenes Motorrad entwickelt? All die sichtbaren Schrauben! Sogar jemand wie ich, die keine Ahnung von Motorrädern hat, könnte eine ,Haruhschi’ auseinander nehmen“, sagte Beata von der Ropp-Brenner.

Mit ein paar Schrauben ist es wohl nicht getan – davon zeugt der offene Motor eines weiteren Haruhschi-Modells in der Werkstatt. Davor: Peter Harms und Wolfgang Uhlig, tief versunken über einem elektronischen Problem. Auch mit 70 schlägt Wolfgang Uhligs Herz für Zweiräder.

Nach der offiziellen Schließung des Ladengeschäfts am 30. Juni bleibt die Werkstatt unter der Führung von Matthias Lorenz geöffnet. Weitere Informationen unter uhlig-fahrtech.de.

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