zur Navigation springen

Grossenaspe : Großenaspe sucht nach Platz für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Bürger fordern mehr Transparenz. Es gab bereits anonyme Briefe.

shz.de von
erstellt am 23.Jan.2016 | 09:45 Uhr

Grossenaspe | In Großenaspe sorgt die Standortsuche für den Bau von Wohnungen für Asylbewerber weiterhin für Diskussionen. Auf der Gemeindevertretersitzung am Montagabend forderten die Bürger mehr Transparenz. Im nicht öffentlichen Teil gab es schließlich grundsätzlich grünes Licht für das Bauvorhaben von Bernd Konrad an der Bimöhler Straße.

Schon während der Dezember-Sitzung hatten sich einige Anwohner der Bimöhler Straße gegen den Bau von Unterkünften in ihrer Nachbarschaft ausgesprochen (der Courier berichtete). Die Bedenken wurden vorgestern Abend bekräftigt. Erneut wurde Gemeindevertreter Bernd Konrad (CDU), der sich als Eigentümer der Koppel an der Bimöhler Straße bei der Gemeinde als Investor beworben hat, Vorteilsnahme vorgeworfen (der Courier berichtete).

Von den Besuchern beklagt wurde außerdem die fehlende Transparenz bei der Standortsuche für die Unterkünfte. „Es kann nicht sein, dass wir ausgeschlossen werden. Die Gemeinde sollte insgesamt beim Thema Flüchtlinge größere Transparenz und einen besseren Informationsfluss aufbauen“, sagte Anne Stracke, Anwohnerin der Bimöhler Straße.

„Grundstücksangelegenheiten dürfen per Gesetz nicht öffentlich verhandelt werden. Aber die Gemeindevertretung wird mit diesem Thema ebenso offen umgehen, wie wir es an anderer Stelle auch getan haben, zum Beispiel bei der Windkraft. Doch bevor wir in die öffentliche Diskussion gehen, muss von den Gemeindevertretern zunächst ein tragfähiges Konzept erarbeitet werden“, erklärte dazu Bürgermeister Torsten Klinger (CDU). Es werde zurzeit nicht nur mit Bernd Konrad, sondern auch mit anderen Investoren verhandelt. „Die Gemeinde ist auf Bauwillige angewiesen, denn sie selbst verfügt nicht über die benötigten Flächen. Außerdem würden die Kosten für einen gemeindlichen Bau allein zu Lasten der Gemeinde gehen. Das würde jedoch andere Investitionen für die Einwohner gefährden“, so Klinger weiter.

Er bestätigte außerdem den Eingang mehrerer, teils anonymer Briefe, in denen unter anderem auf rüde Weise „das Zuschanzen von Aufträgen innerhalb der Gemeindevertretung“ unterstellt wurde. Mit Unverständnis gegenüber diesen Vorwürfen äußerte sich dazu unter anderem Björn Hammerich (BfB): „Bernd Konrad entscheidet hier nichts allein, sondern alle 17 Gemeindevertreter fassen gemeinsam die Beschlüsse. Damit betrifft die Unterstellung der Vorteilsnahme, die einen Straftatbestand darstellt, alle Gemeindevertreter. Das ist für mich nicht akzeptabel“, erklärte er.

Bernd Konrad selbst äußerte sich in der Sitzung weder zu den Vorwürfen noch zu seinem Vorhaben. Sein Antrag auf Schaffung von Wohnraum für Flüchtlinge an der Bimöhler Straße wurde schließlich im nicht öffentlichen Teil der Sitzung behandelt.

Auf Anfrage bestätigte Torsten Klinger gestern, dass dem Antrag von Bernd Konrad, an der Bimöhler Straße zu bauen, mehrheitlich zugestimmt wurde. „Von der Koppel dürften nun 4000 Quadratmeter im Rahmen der geltenden Bedingungen zu Bauland gemacht werden. Gebaut werden darf an dieser Stelle dann Wohnraum für bis zu 26 Personen“, erklärte er. Allerdings rechnet die Gemeinde mit etwa 70 Flüchtlingen in diesem Jahr, so dass weitere Wohnungen benötigt würden.

Zu zwei anderen, bisher nicht benannten Standorten sagte Klinger, dass es sich dabei zum einen um das Angebot eines Investors zum Umbau eines Hauses im Gewerbegebiet (der Courier berichtete) handle. Zum anderen soll auf Antrag der CDU-Fraktion die Möglichkeit des Kaufs privater Flächen an der Straße Ellersee durch die Gemeinde oder einen Investor geprüft werden.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert