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Brückenstrasse : Große Pläne für den Lokschuppen

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der neue Verein will Wasserstoffantrieb für Züge testen, historische Loks zeigen und Kultur pflegen. Der Mietvertrag soll jetzt unterzeichnet werden.

shz.de von
erstellt am 28.Mai.2014 | 05:45 Uhr

Positive Signale für den seit Jahren brachliegenden Lokschuppen an der Brückenstraße: Der 2013 gegründete Verein „Kulturlokschuppen Neumünster“ will nach Pfingsten einen Mietvertrag mit dem Eigentümer abschließen, der Immobilien-Entwicklungsfirma Aurelis Real Estate aus Eschborn in Hessen. Bereits seit Ende März dürfen die 20 Mitglieder die Anlage betreten. Seitdem haben sie das verwucherte und durch Vandalen verwüstete Gelände bereits aufgeräumt. Die engagierte Truppe plant dort ein Schienenzentrum für Geschichte und Zukunft des Bahnverkehrs, das dreigleisig fährt.

Herzstück soll ein Kompetenz- und Technologiezentrum für wasserstoffbetriebene Züge werden. Nach den Vorstellungen der Vereinsmitglieder könnte Neumünster als zentraler Ort in Schleswig-Holstein mit Bahnlinien in alle Himmelsrichtungen damit bundesweit eine Vorreiterrolle der innovativen Technik einnehmen. Mittelfristig geplant ist der Aufbau einer Wasserstoff-Tankstelle, die dann auch von Bussen oder Lastern genutzt werden soll. Vom 16. bis 18. Juni findet zu dem Thema die 9. internationale Hydrail-Konferenz in den Holstenhallen statt.

Doch auch Liebhaber historischer Schienenfahrzeuge sollen auf dem zwei Hektar großen Gelände unter der Max-Johannsen-Brücke künftig auf ihre Kosten kommen, sagt Jens Paulsen, im Verein zuständig für die Liegenschaften: „Wir stehen in Kontakt mit mehreren Eisenbahn-Unternehmen, die uns Exponate zur Verfügung stellen könnten.“ Damit die Züge auf das Gelände kommen, soll ein Gleisanschluss vom geplanten Kombi-Verkehrsterminal gelegt werden. Entsprechende Verhandlungen mit dem Betreiber, der NEG-Eisenbahngesellschaft in Niebüll, laufen. Enstehen soll aber kein klassisches Museum, sondern ein Erlebnisort für Groß und Klein, an dem auch Schulungen, Tagungen und Seminare zum Bahnverkehr stattfinden können.

Als drittes schließlich will der Verein den Lokschuppen auch wieder für Konzerte und Veranstaltungen des Kunstfleckens freigeben. „Hier herrscht eine einmalige Atmosphäre“, so Paulsen.

Der ursprüngliche Lokschuppen entstand um 1900, wurde aber im Zweiten Weltkrieg zerstört und nach 1945 mit einer Drehscheibe und Platz für 22 Lokomotiven wieder aufgebaut. Die Rendsburger Eisenbahnfreunde räumten als letzter Betreiber 2010 das Gelände, das der „Kulturlokschuppen“ nun übernehmen will.

Der Verein sucht weitere Mitstreiter. Wer Interesse an einer Mitarbeit hat, kann sonnabends ab 10 Uhr direkt auf dem Gelände vorbeischauen. Meist sind dann Mitglieder vor Ort. Weitere Infos zu den Plänen gibt es auch heute Abend auf der Stadtteilbeiratssitzung Gartenstadt um 19.30 Uhr im Gemeinschaftshaus Domagkstraße.

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