Orientierungshilfe : Große Messe der Schulen

Schulrat Jan Stargardt (von links), Fachdienstleiterin Gabriele Bartelheimer und ihre Kollegin Britta Häger sowie Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth zeigen den Plan mit der Standverteilung auf der Schulmesse.
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Schulrat Jan Stargardt (von links), Fachdienstleiterin Gabriele Bartelheimer und ihre Kollegin Britta Häger sowie Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth zeigen den Plan mit der Standverteilung auf der Schulmesse.

650 Viertklässler aus der Stadt müssen sich jetzt für eine weiterführende Schule entscheiden. Dabei fällt die Empfehlung der Klassenlehrer weg.

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24. Januar 2015, 06:30 Uhr

Neumünster | 650 Viertklässler aus Neumünster und zahlreiche Mitschüler aus den umliegenden Gemeinden müssen in den kommenden Wochen gemeinsam mit ihren Eltern eine wichtige Entscheidung treffen: Sie müssen die weiterführende Schule aussuchen, auf die die Kinder ab Sommer gehen werden. Einen ersten Überblick über die Schullandschaft in der Stadt soll ihnen die Schulmesse geben, die am Donnerstag, 5. Februar, von 17 bis 20 Uhr in Holstenhalle 2 stattfinden wird. Veranstaltet wird sie in der dritten Auflage von der Schulverwaltung und vom Schulamt. Das Angebot ist laut Schulrat Jan Stargardt im Land einmalig.

Für Eltern und Schüler ist die Entscheidung nicht einfacher geworden, seit es mehrere relevante Veränderungen bei der Beurteilung der Schüler gegeben hat. So fallen ab diesem Jahr die Schulartenempfehlung weg. Zusätzlich haben die Grundschulen jetzt die Möglichkeit, auf Schulnoten zu verzichten (siehe nebenstehenden Text). Außerdem ist die Schullandschaft mit zehn weiterführenden Schulen sowie einer Privatschule nicht gerade klein.

„Das Thema Schulwechsel bewegt aktuell viele Eltern und Schüler“, sagte Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth – und die Zahlen geben ihm Recht. Im vergangenen Jahr kamen rund 1000 Besucher zu der Veranstaltung, etwa 400 davon waren Schüler.

Bei ihrer Präsentation haben die Schulen freie Hand. Allerdings haben die Leiterin des Fachdienstes Schule, Jugend, Kultur und Sport, Gabriele Bartelheimer, und ihre Kollegin Britta Häger bemerkt, dass die Schulen immer mehr Wert auf die eigene Darstellung legen. Dabei geht es nicht nur um die schulischen Inhalte, sondern auch um die Qualität der Mensen oder Angebote im Ganztagsbereich. „Die Unterschiede liegen nicht nur in der Schulart. So haben unsere Gemeinschaftsschulen sehr unterschiedliche Profile“, stellte Humpe-Waßmuth klar.

Neben den weiterführenden Schulen präsentieren sich auch die drei Beruflichen Bildungszentren. Zwar sind sie für Viertklässler noch nicht relevant, möchten aber darüber informieren, dass man bei ihnen beispielsweise auch das Abitur ablegen kann. Erstmals ist diesmal auch das Kulturbüro mit einem Stand vor Ort und gibt Informationen zur kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen.

Mit der Messe wollen die Veranstalter nicht in Konkurrenz zu den eigenen Veranstaltungen der Schulen treten. „Dort können die Eltern ihren ersten Eindruck von der Messe später noch vertiefen“, hieß es.

Sie sind dabei:

Gemeinschaftsschule ohne gymnasiale Oberstufe: Grund- und Gemeinschaftsschule Einfeld, Freiherr-vom-Stein-Schule, Hans-Böckler-Schule, Wilhelm-Tanck-Schule.

Gemeinschaftsschule mit gymnasialer Oberstufe: GS Brachenfeld, GS Faldera. Privatschule mit gymnasialer Oberstufe: Freie Waldorfschule. Gymnasien: Alexander von-Humboldt-Schule, Holstenschule, Immanuel-Kant-Schule, Klaus-Groth-Schule. Regionale Bildungszentren: Elly-Heuss-Knapp-Schule, Theodort-Litt-Schule, Walther-Lehmkuhl-Schule.

Zwei Grundschulen ohne Noten:

Neumünster  Nach der neuen Grundschulverordnung  gibt es in den Zeugnissen am 30. Januar in den Klassen  1 bis 4 keine  Zensuren  mehr. Allerdings kann die Schulkonferenz individuell beschließen, ab der 3. Klasse  doch Zeugnisse mit Noten zu vergeben.  Das wurde  in Neumünster  überwiegend  getan. Von den  zwölf  Grundschulen werden   lediglich zwei notenfrei sein:   An der  Gartenstadtschule gibt es ab sofort  nur Berichtszeugnisse; die Timm-Kröger-Schule folgt ab  kommendem Schuljahr. 

Außerdem fällt zum Halbjahr für die Viertklässler  die  Schulartenempfehlung weg. Nun gibt es einen „Entwicklungsbericht“, der die Kompetenzen  in den Fächern  sowie die Lernfähigkeiten  und das Sozialverhalten in vier Kategorien einteilt.   Anschließend gibt es eine  Einzelberatung  in der Grundschule.  Auf Wunsch können sich die Eltern noch an den weiterführenden Schulen beraten lassen.   Letztlich bestimmen aber nur die Eltern die Schulform für ihr Kind.  Anmeldezeit  ist vom 23. Februar bis 4. März.

Probleme sind garantiert - Kommentar von Thorsten Geil

Früher war bestimmt nicht alles besser. Mancher Grundschullehrer hat das Potenzial eines Viertklässlers falsch eingeschätzt: Es gab schon immer Gymnasiasten, die es einfach nicht packten und zur Realschule wechseln mussten – und es gab genug Kinder mit Hauptschulempfehlung, die später Abitur machten und Jura studierten. Aber dass die Lehrer nun gar keine Empfehlung mehr geben dürfen, auf welchen Schultyp die Kinder nach der Grundschule wechseln sollten, ist eine zu tiefe Verbeugung vor dem Elternwillen. Probleme und schwierige Schulkarrieren sind garantiert. Und es ist eine deutliche Missachtung der Kompetenz unserer Grundschullehrer.

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