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Holsteinischer Courier

19. Oktober 2017 | 04:49 Uhr

Theater : Große Illusionen und ein Liebhaber

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Theaterprogramm im Februar: Teatro Delusio kommt mit Maskenspiel und Verwandlungskunst / Dramatisches in der Oper „Maria Stuarda“

shz.de von
erstellt am 01.Feb.2017 | 06:24 Uhr

Neumünster | Poetisches Maskenspiel, die heiteren Erlebnisse eines Ehemannes auf Abwegen, die Suche nach dem Sinn des Lebens und dramatische Leidenschaften: Das erwartet die Theatergänger im Februar. Der Vorfrühling auf der Bühne in der Stadthalle gestaltet sich abwechslungsreich.

Am Donnerstag, 9. Februar, kommt ab 20 Uhr das Teatro Delusio. Die Berliner Familie Flöz ist erstmalig in Neumünster und gewährt einen ganz anderen, bezaubernden Blick in die Welt des Theaters. Den Bühnenarbeitern Bob, Bernd und Ivan gehört die Bühne. Sie, die eigentlich im Schatten der Scheinwerfer und Stars ihre Arbeit tun, treten ins Licht, träumen von der Ballerina, schwärmen für die Literatur oder wollen einfach nie die Kontrolle verlieren – und genau das passiert. Die Flöz’sche Poesie lebt von Masken, blitzschnellen Verwandlungen, abgründigem Humor und akrobatischer Körperbeherrschung. Die Familie Flöz erschafft ihren ganz eigenen Theaterkosmos. Das wortlose Maskenspiel fasziniert das Publikum weltweit mit ausgereifter Körperbeherrschung.

Wundersam geht es am Sonnabend, 11. Februar, um 20 Uhr komödiantisch weiter. „Der Letzte der feurigen Liebhaber“ ist Barney Cashman; der grundanständige New Yorker Restaurantbetreiber träumt nach 23 soliden Ehejahren von einer Horizonterweiterung auf erotischem Gebiet. Mit Martin Lindow, zuletzt in „Der Vorname“ und „Fettes Schwein“ in der Stadthalle sehr erfolgreich, und Sabine Kaack großartig besetzt, garantiert dieses Glanzstück des Komödienmeisters Neil Simon nuancierte Unterhaltung mit einer Mischung von aberwitzigen Dialogen, Situationskomik und einer Prise menschlicher Tragik.

Zum Start der Frei-Raum-Reihe ist am Mittwoch, 15. Februar, die „Unistage I“-Gruppe des Schauspielhauses Hamburg auf der Bühne zu Gast. Mit „In a lonely place“ beleuchten die Studenten unter Leitung von Michael Müller das Clubleben der Großstadt, das Leben zwischen Event und Ekstase und fragen, wer sie eigentlich sind, wenn es plötzlich mal ganz still wird. Über diesen Ernst des Lebens mit viel Musik spielt die Truppe hinter dem Eisernen Vorhang auf der Bühne – das Platzangebot ist daher begrenzt.

Freunde klassischer Musik und des italienischen Belcanto in der Oper werden bei Gaetano Donizettis „Maria Stuarda“ am Freitag, 24. Februar, verwöhnt. Die gerade herausgebrachte Produktion des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters in der Inszenierung von Peter Grisebach wurde in Flensburg schon bejubelt. Nach Schillers Drama um die verzweifelt ringenden Königinnen offenbart Donizetti in ergreifenden Kompositionen und mit virtuosen Melodien die große Palette menschlicher Leidenschaften. Und er zeigt die Rivalinnen im Kampf um den Thron – es geht um Liebe, Hass, Angst und Eifersucht beim Buhlen der Königinnen Maria und Elisabetta um die Liebe des Grafen Leicester.

Anfang März geht es dann kabarettistisch „Knietief ins Paradies“ oder konzertant auf Shakespeares Spuren weiter. Nashörner und andere Tiere („Die Farm der Tiere“ von George Orwell) erobern die Bühne.

Karten und Informationen zu den Vorstellungen gibt es im Kulturbüro, Kleinflecken 26. Reservierungen sind unter Tel. 9 42 33 16 ebenfalls möglich.

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