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Boostedt : Große Hilfsbereitschaft nach dem Brand

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Privatleute und Firmen packen in Boostedt für die vom Feuer betroffene Mutter und ihre Kinder mit an. Der tatverdächtige Vater wurde mittlerweile gefasst.

Boostedt | Das Schicksal einer Mutter und ihrer beiden Kinder aus Boostedt hat viele Menschen bewegt und eine große Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst. Unter dem Motto „Unser Dorf hilft“ haben der Verein Kinderhilfe Rasselbande, die Gemeinde Boostedt und die Bartholomäus-Kirchengemeinde eine Spendenaktion ins Leben gerufen. In der Nacht zum 6. Juli war das Haus einer Familie an der Hein-Gas-Straße abgebrannt. Brandstifter soll der Vater sein, der zuerst flüchtete (der Courier berichtete). Die Kriminalpolizei ermittelt gegen ihn wegen Brandstiftung. Mittlerweile wurde der Tatverdächtige nach Hinweisen in Boostedt gefasst, ein Haftbefehl gegen ihn liegt aber nicht vor.

„Zu Motiven können wir derzeit noch nichts sagen, vermutlich gingen familiäre Streitigkeiten voraus“, teilte Berit Lindenberg, Sprecherin der Polizeidirektion Bad Segeberg gestern auf Anfrage mit. Der Mann hatte in der Brandnacht dafür gesorgt, dass den Haustieren nichts passiert und die Hasen im Käfig nach draußen gebracht.

Seine Ehefrau und die beiden Kinder waren zur Tatzeit nicht im Haus, sie sind körperlich unversehrt. „Aber sie haben alles verloren, von Geschirr über Kleidung bis zu Kuscheltieren und Möbeln brauchten sie alles neu“, erklärte Nicole Noack von der Schulkindbetreuung Rasselbande, die die Hilfsaktion ins Rollen gebracht hatte. Die betroffene Mutter arbeitet in der Rasselbande und hatte ihren Kollegen von dem Brand und ihrer Situation erzählt.

„Da war für uns sofort klar, dass wir ihr helfen. Sie konnte in dem Haus ja nicht mehr wohnen, weil alles ruiniert wurde“, erklärte die Erzieherin weiter. „Selbst nach sieben Wäschen konnte die Kleidung nur noch in den Müll wandern“, erklärte Margrit Reimann. Sie hatte ihrer Kollegin und ihren Kindern in der ersten Zeit Unterschlupf gewährt, der zu deren Schutz geheim war.

Mittlerweile sind die betroffene Mutter und die Kinder dank der Opferhilfe „Weißer Ring“ zur Erholung an der See. Sobald sie wiederkommen, können sie eine Wohnung in Boostedt beziehen. „Das wird eine Überraschung, unsere Kollegin war psychisch nicht in der Lage, sich zu kümmern und hat uns darum gebeten. Der Vermieter hat die Wohnung auf eigene Kosten renoviert, Holzland Greve hat das Laminat gespendet“, erklärte Nicole Noack weiter. Das Kollegium samt Vorstand hat sich ebenfalls des riesigen bürokratischen und juristischen Aufwands angenommen, Dokumente beantragt, Telefonate mit Versicherungen und Anwälten geführt und unzählige Schreiben angefertigt.

„Uns ist es wichtig zu helfen und nicht zu bewerten. Letztlich sind es vier Menschen, die ganz unterschiedliche Hilfe benötigen“, sagte Melanie Rohwer von der Rasselbande. Sehr viele Boostedter Institutionen und Privatleute haben sich bisher beteiligt. Unter anderem auch Ursula Bothe vom Pferdehof Nordfeuer, die jüngst beim Sommerfest ihre Ponys ausgeliehen hatte, damit Kinder gegen eine Spende darauf reiten konnten. „Wir kennen die Familie und sind bestürzt. Wir helfen gerne“, sagte auch die Boostedterin Silvana Bock, deren Tochter Jella eine Rund auf einem Isländer drehte. „Das ist ein Thema in Boostedt und die Gemeinde hilft, wo sie kann“, erklärte die stellvertretende Bürgermeisterin Helga Heine.

Die Mutter wird nach einer Mutter-Kind-Kur ihre Tätigkeit in der Rasselbande wieder aufnehmen können. Die Hilfsgemeinschaft macht dankbar darauf aufmerksam, dass bereits genügend Sachspenden abgegeben wurden.

Infos zur Spendenaktion unter kinderhilferasselbande@gmail.com.

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