Neumünster : Große Einigkeit beim Kunstrasenplatz

Sportpolitischer Frühschoppen: Moderator Carsten Kock (von links) befragte Stefan Preuhs (BfB), Cord Böge (Piraten), Rita Stein (FDP), Wolf Rüdiger Fehrs (CDU), Jürgen Joost (LKR), Volker Andresen (SPD), Ralf Ketelhut (Grüne) und Jonny Griese (Linke).
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Sportpolitischer Frühschoppen: Moderator Carsten Kock (von links) befragte Stefan Preuhs (BfB), Cord Böge (Piraten), Rita Stein (FDP), Wolf Rüdiger Fehrs (CDU), Jürgen Joost (LKR), Volker Andresen (SPD), Ralf Ketelhut (Grüne) und Jonny Griese (Linke).

Acht Lokalpolitiker der verschiedenen Parteien standen im Schillers Rede und Antwort zu sportpolitischen Themen.

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23. April 2018, 09:30 Uhr

Neumünster | Der Internationale Frühschoppen mit Werner Höfer zählte zu den TV-Klassikern früherer Jahre. Deshalb war es eine nette Idee des Kreissportverbandes Neumünster (KSV), einen Frühschoppen unter sportpolitischen Gesichtspunkten mit Leben zu erfüllen. Zwei Wochen vor der Kommunalwahl stellten sich acht Lokalpolitiker von acht verschiedenen Parteien den vielfältigen Fragen des Moderators Carsten Kock.

31 Gäste kamen in das Vereinsheim des SC Gut Heil Neumünster und lauschten den Statements. Gerne wurde – politisch – weit ausgeholt, aber Kock schwang bei Logorrhoe-Anfällen gekonnt das Stopp-Schild.

Das Wichtigste: Neumünster darf sich auf einen Kunstrasenplatz im Städtischen Stadion (Geerdtsstraße) freuen und die Politiker, egal welcher Farbe, beim Wort nehmen. Keiner der Partei-Vertreter widersprach dem Bauvorhaben, obwohl das Kosten von rund 880 000 Euro für die Stadt Neumünster mit sich bringen wird. Allerdings vertraten die Lokalpolitiker dabei oft nur ihre persönlichen Ansichten. In den meisten Fällen gibt es dazu noch keinen Fraktionsbeschluss. „Ich bin dafür, die historische Fehlentscheidung, den Jonny-Wigger-Platz beim THC Neumünster zu bauen, zu korrigieren“, brachte es Ralf Ketelhut (Grüne) auf den Punkt.

Obwohl der Landtagsabgeordnete Wolf Rüdiger Fehrs (CDU) ebenfalls für dieses Bauvorhaben ist, hatte er Mühe, detailliertes Wissen zu verbergen. Zwischen den Zeilen klang an, dass offenbar keine Zuschüsse seitens der Landesregierung erfolgen. Die Stadt plante eigentlich mit 250 000 Euro. „Es gibt viele Begehrlichkeiten“, meinte Fehrs vielsagend. Dabei forderte Jonny Griese (Linke) zuvor, für den Sport müsse mehr Geld ausgegeben werden. Aber nicht immer waren alle Politiker im Film. Bei Rita Stein (FDP) hatten sich Vokabeln wie Masterplan und Sport-Fördervertrag noch nicht in allen Einzelheiten herumgesprochen.

Cord Böge (Piraten) erinnerte an seine Zeit als Handball-Schiedsrichter, bei der Anwesende bereits die Nase rümpften. Seine Sätze waren zwar wohl formuliert, trafen aber das Thema überhaupt nicht.

90 Minuten dauerte die Veranstaltung, der große Zoff blieb aus, aber thematisch wird einiges noch in die Verlängerung gehen. „Die SPD steht für die Autonomie im Sport, die Kommunalpolitik hat sich gar nicht einzumischen, sondern die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Sport sich selbst organisieren kann“, forderte Volker Andresen (SPD).


Neumünster kann eine sportfreundliche Stadt werden, wenn ...

„...alle an einem Strang ziehen.“ (Rita Stein, FDP)
„...wir möglichst viel erreichen mit unseren Masterplan.“ (Wolf Rüdiger Fehrs, CDU)

„...wir eine sportliche Ratsversammlung hinbekommen.“ (Jonny Griese, Linke)

„...wir die Sachen, die wir in Gang gesetzt haben, konsequent zu Ende führen.“ (Stefan Preuhs, BfB)

„...wir die Eigenständigkeit des Sports sicherstellen und ernst nehmen.“ (Volker Andresen, SPD)

„... die handelnden Akteure ihre persönlichen Eitelkeiten hinten an und den Sport in den Vordergrund stellen.“ (Ralf Ketelhut, Grüne)

„... sie die heute schon angedeuteten Veränderungen in der Zukunft nicht zu weit vor sich herschiebt und rechtzeitig darauf reagiert.“ (Cord Böge, Piraten)

„... wir dem Sport in der Praxis den Stellenwert geben, den wir im Leben so gerne beschworen.“ (Jürgen Joost, LKR).

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