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30 Jahre Theater : Große Ehrung für „die geistige Tankstelle“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Mehr als 570 Besucher erlebten bei der Jubiläumsgala zum 30. Geburtstag des Theaters in der Stadthalle ein buntes Programm mit Lokalkolorit

shz.de von
erstellt am 29.Feb.2016 | 08:30 Uhr

Neumünster | „Ein Zeichen setzen, und zwar mitten in der Stadt. Das ist den Stadtvätern vor 30 Jahren eindrucksvoll gelungen“, sagte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauraus am Sonnabendabend in seiner Begrüßungsrede im Theater in der Stadthalle. „Als vielerorts Spielstätten aus Geldmangel geschlossen wurden, entschied man sich in Neumünster für den Neubau eines Theaters. Dafür kann man den Verantwortlichen, und hier sei besonders der kürzlich verstorbene Dr. Uwe Harder zu nennen, gar nicht genug danken“, so Tauras.

Allen Zweiflern zum Trotz habe sich das Theater in den vergangenen 30 Jahren zu einem Ort der Kommunikation gemausert. Fast täglich träfen hier Menschen zusammen, um Kultur zu erleben, und zwar nicht am Bildschirm, sondern hautnah. „Allein 1500 Abonnenten genießen in dieser Spielzeit wieder das abwechslungsreiche Programm und beweisen damit einmal mehr: ,Der Mensch lebt nicht vom Brot allein – Theater muss schon sein“‘, reimte der Oberbürgermeister und bekam dafür spontanen Zwischenapplaus von den gut 570 Besuchern im ausverkauften Haus.

Bereits vor Tauras’ Begrüßung war das Publikum eindrucksvoll auf die knapp vierstündige Geburtstagsgala eingestimmt worden. Vor einer riesigen Luftaufnahme der Stadthalle brachten vier Musiker der „Salt Peanuts“ rund um den Einfelder Pianisten Jan Christoph Mohr dem Theater ein Geburtstagsständchen. „Happy Birthday, Stadthalle“ war ein toller Auftakt zur Gala, durch die der Hamburger Schauspieler Kristian Bader locker und charmant führte. „Ich kenne das Theater durch diverse Gastauftritte. Das Haus ist toll ausgestattet, und hier arbeiten großartige Menschen vor und hinter den Kulissen“, sagte er.

Um das Jubiläum angemessen zu würdigen, hatten Sünne Höhn und ihr Team vom Kulturbüro ausschließlich Neumünsteraner Künstler verpflichtet – und solche, die ihre künstlerischen Anfänge in der Schwalestadt genommen haben. Da gaben die professionellen Sänger Sonja Adam und Tim Stekkelies, begleitet vom Pianisten Clemens Wiencke, Opernarien zum Besten, während sich Dieter Milkereit von der Niederdeutschen Bühne hinter dem Vorhang für eine Szene aus „En wunnerboret Öller“ bereit machte.

Kaum war der frenetische Applaus verklungen, standen schon die Schüler der Gemeinschaftsschule Brachenfeld auf der Bühne, um das Publikum mit Tanz und Gesang aus dem Musical Fame zu begeistern. Eine weitere „Explosion“ erlebten die Besucher mit dem Auftritt der beiden Brüder Levi und Jonah Petersen. Der städtische Jugentheaterclub verblüffte mit seinem „Hamlet in Kürze“. Gerade einmal fünf Minuten brauchten die jungen Darsteller für Shakespeares Drama, um dann den „alten Hasen“ vom Holstein-Chor unter der Leitung von Hans-Georg Wolos die Bühne zu überlassen.

Unterstützt wurden die Sänger von Judith Patten, Sonja Adam und Tim Stekkelies. Zum Schluss des Abends wurde es noch einmal klassisch. Die international gefragte Flötistin Franca Cornils und Pianist Clemens Wiencke spielten ein Concertino von Cécile Chaminade, und die Tänzerinnen der Ballettschule Tavormina bezauberten zu den Klängen von „An der blauen Donau“.

Was das Theater für Neumünster bedeute, wurden Gabriele Wachholtz, Babett Schwede-Oldehus, Regisseurin Kati Luzie Stüdermann, Manfred H. Greve, Geschäftsführer eines Tournee-Theaters, und Volker Andresen im Theater-Talk vor der Pause von Moderator Andreas Schmidt gefragt. „Ein Ort für engagierte Bürger“, sagte Gabi Wachholtz. „Eine Initialzündung für die Stadt“, meinte Babett Schwede-Oldehus. „Das ist Ihre geistige und seelische Tankstelle“, sagte der Hamburger Manfred H. Greve.

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