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Abfallgebühren : Große Angst vor wilden Müllkippen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Beiräte Faldera und Böcklersiedlung akzeptieren neue Gebührensatzungen. Bedenken gibt es gegen Einschränkungen beim Sperrmüll

Das hatten sich die beiden Stadtteilbeiräte Faldera und Böcklersiedlung-Bugenhagen offenbar anders vorgestellt: Um dem erwarteten Zuschauerandrang gerecht zu werden, hatten die Stadtteilvorsteher die Mensa der Gemeinschaftsschule Faldera gebucht. Tatsächlich verlor sich am Donnerstagabend aber nur eine Handvoll Bürger im Saal an der Franz-Wieman-Straße, um die Vorstellung der neuen Gebührensatzungen für Abfall-, Abwasser- und Straßenreinigung zu hören.

Was in anderen Stadtteilen zu teils heftigen Diskussionen geführt hatte, ist in Faldera und der Böcklersiedlung offenbar kein Thema. Dies, obwohl die Bürger unter dem Strich mit leicht höheren Gebühren rechnen müssen, wie Ingo Kühl vom Technischen Betriebszentrum (TBZ) den Anliegern vorrechnete: So darf ein durchschnittlicher Zwei-Personen-Haushalt etwa beim Abwasser zwar mit einer Ersparnis von 3,30 Euro monatlich rechnen, muss aber für Straßenreinigung und Müllabfuhr künftig – je nach Einstufung – zwischen 1,50 bis 4,50 Euro mehr berappen (der Courier berichtete).

Auch die Beiräte selbst hatten an der Berechnung der neuen Gebührensätze wenig auszusetzen. Kritik gab es eher im Randbereich. Birgit Nagel (Beirat Faldera) meldete etwa Bedenken gegen die geplanten Einschränkungen beim Sperrmüll an: Künftig soll es für jeden Haushalt nur noch einen kostenlosen Abholtermin pro Halbjahr geben, für jede zusätzliche Abfuhr werden dann 40 Euro fällig (wie berichtet). Birgit Nagel befürchtet, dass das zu mehr wilden Müllkippen in Parks und der Feldmark führen könnte. Kühl hielt dagegen: Dem weitaus größten Teil der Bürger würden zwei Sperrmülltermine im Jahr vollauf reichen – und: „Wer sich heute die Mühe macht, den alten Kühlschrank tief in den Wald zu tragen, weiß offenbar gar nicht, dass er ihn auch kostenlos zu uns bringen kann“, sagte der Abfall-Experte. Solche Müllsünder seien auch durch andere Regelungen kaum zu erreichen, sagte Kühl.

Hans Werner Pundt (Faldera) beklagte, dass in vielen Straßenzügen die Straßenreinigung wegen der vielen Parker am Straßenrand nur sehr oberflächlich vollzogen werden könne. Allerdings sind die Möglichkeiten der Stadtreiniger, kurzzeitige Halteverbote einzurichten, sehr begrenzt, bedauerte Kühl. Eine Anliegerin wünschte sich an den Sammelplätzen Extra-Container für Elektroschrott, eine andere regte eine Überprüfung an, auf welchen Straßen in welchen Zeiträumen gekehrt werden muss. Ihre These: Wo Wertstoffcontainer verschwunden sind, fällt auch weniger Straßenschmutz an.

Zu einem heftigen Disput kam es am Rande der Debatte zwischen Ratsherr Arno Jahner und Falderas Stadtteilvorsteher Fred Brocksema. Jahner beklagte sich lautstark, dass der Beirat seinem wiederholten Antrag, das Thema „Älterwerden im Stadtteil“ auf die Tagesordnung zu setzen, noch immer nicht gefolgt sei. Brocksema verteidigte sich: Das Thema bedürfe einer umfassenderen Vorbereitung. Zu einer der nächsten Sitzungen will man jetzt einen Experten zum Thema einladen.

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erstellt am 25.Jan.2014 | 08:30 Uhr

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