Kreis Segeberg : Großbrand in Heidmoor – Löschwasser „Mangelware“

Das Feuer brach in der Heizungsanlage des Mehrfamilienhauses aus.
Das Feuer brach in der Heizungsanlage des Mehrfamilienhauses aus.

Ein Brand hat in der Nacht zu Donnerstag ein Mehrfamilienhaus in Heidmoor schwer beschädigt. Fehlende Löschwasserstellen erschwerten die Brandbekämpfung.

shz.de von
08. Januar 2015, 07:11 Uhr

Nur mit einer wahren „Materialschlacht“, bei der Schlauchleitungen mit einer Länge von etlichen Kilometern verlegt wurden und ein Großaufgebot von Atemschutzgeräteträgern rund 100 Flaschen mit Atemluft verbrauchte, konnte die Feuerwehr in der Nacht ein Großfeuer in Heidmoor (Kreis Segeberg) unter Kontrolle bringen.

Der Brand in dem einsam an der Waldchaussee gelegen Mehrfamilienhaus - einer aufwendig umgebauten ehemaligen Hofstelle - war kurz nach ein Uhr in der Nacht vom Hausbesitzer bemerkt worden.

Der Mann ist selber Wehrführer der örtlichen Feuerwehr, weshalb er mit großer Umsicht das ganze Haus räumen ließ und gleich Großalarm auslöste. Niemand wurde verletzt. Der Brand war offenbar im Heizungsraum, der in einem Anbau untergebracht ist, ausgebrochen und hatte sich von dort schnell ausgebreitet und die Dachkonstruktion erfasst. Für die Löscharbeiten erwies sich die spezielle Konstruktion des Daches mit einer Eindeckung aus Blech und darauf montierten Solarmodulen als sehr problematisch.

Zusätzlich wurden die Löscharbeiten erschwert, da in der Nähe keine leistungsfähigen Löschwasser-Entnahmestellen zur Verfügung standen. So mussten teilweise Tanklöschfahrzeuge im „Pendelverkehr“ eingesetzt werden. Letztendlich wurden dann Schlauchleitungen von mehreren Kilometern Länge verlegt, die Waldchaussee blieb über Stunden blockiert. Insgesamt 14 Wehren - auch aus dem Nachbarkreis Pinneberg - rückten an. Über 150 Mann waren vor Ort. Für die Hausbewohner wurde ein Zelt aufgestellt und die Betreuung durch Sanitäter und eine Versorgungseinheit des DRK sichergestellt.

Nach mehreren Stunden war das Feuer schließlich unter Kontrolle. Eine entscheidende Rolle spielte dabei der Teleskopmast der Feuerwehr Kaltenkirchen, von dessen Arbeitsbühne aus das Dach geöffnet werden konnte und eine Brandbekämpfung von oben möglich wurde. Das Gebäude konnte so vor der vollständigen Zerstörung bewahrt werden, dürfte aber bis auf weiteres unbewohnbar bleiben. Die genaue Höhe des Sachschadens kann noch nicht beziffert werden.

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