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Gastgewerbe : Großbauvorhaben bescherten Hotels Sonderkonjunktur

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Übernachtungszahlen sind 2015 erneut gestiegen.

Neumünster | 2015 war ein gutes Jahr für das Gastgewerbe, denn erneut legten die Übernachtungszahlen in den Hotels, Pensionen und in der Jugendherberge Kiek In zu. Gut 161  000 Übernachtungen verzeichneten die elf Hotels mit zehn und mehr Betten. Das ist ein Plus von 4,3 Prozent gegenüber 2014, als es 154  500 Übernachtungen gab. Für 2013 verzeichnet die Statistik 138  000 Übernachtungsgäste, 2012 waren es 120  000.

Die Steigerungsraten sind nicht mehr ganz so groß wie in der Vergangenheit. „Aber der Trend hat sich stabilisiert. Wir wachsen immer noch schön“, sagt Arne Lewandowski, der beim Fachdienst Stadtplanung und Stadtentwicklung die Tourismusstrategie verantwortet. Nicht nur die großen Betriebe mit insgesamt fast 1000 Betten meldeten eine gute Auslastung, sondern auch kleine Herbergen, Pensionen und der sogenannte Couch-Tourismus. „Mit neuen und besonderen Angeboten hat Neumünster auch neue Gäste angezogen“, ist Lewandowski überzeugt.

Allerdings führen Hoteliers wie Burghard Wesselmann vom Hotel Prisma und Rainer Kuck (Kontraste) die gute Auslastung auch auf einen Sondereffekt zurück. Mit der Erweiterung des Designer-Outlet-Centers und dem Bau der Holsten-Galerie gab es zwei Großbaustellen in der Stadt. „Viele Bauleute haben die Hotelbelegung nach oben getrieben“, so Wesselmann. Das werde 2016 fehlen. „Momentan ist es sehr verhalten, auch in Hamburg, Kiel, überall“, sagt Wesselmann. Hier spiegele sich eine konjunkturelle Abkühlung.

Rainer Kuck ist überzeugt, dass Neumünster als Einkaufsstadt durch das Designer-Outlet-Center interessanter geworden ist. „Es kommen tatsächlich Touristen aus Skandinavien. Die buchen hier zwei bis drei Hotelübernachtungen und kaufen dann ein“, so Kuck. Davon profitiere dann auch die Gastronomie.

Das spürt Oliver Auch, der Vorsitzende des Hotel- und Gaststättenverbands, auch im eigenen Restaurant Loks. Neumünster werde durch seine Großveranstaltungen, aber auch wegen des DOC anders wahrgenommen. „Das ist schon ein Imagewandel zum Positiven. Neumünster ist nicht mehr die graue Arbeiterstadt von einst“, sagt Auch und sieht auch die Gastronomie auf einem guten Weg.

Prisma-Chef Burghard Wesselmann setzt einige Hoffnungen auf das geplante Kongresszentrum an den Holstenhallen. „Davon können wir nur profitieren, zumal Kiel zurzeit kein solches Projekt durchkriegt“, so Wesselmann. Die Holstenhallen seien als Messe- und Veranstaltungsort ganz wichtig für Neumünster.

Im Kiek In spricht Vorstand Guido Lisges von einem „sehr guten Jahr 2015. Wir haben allein 2000 Übernachtungen durch die Einquartierung von Flüchtlingen gehabt. Das ist ein Sondereffekt, ganz klar“, sagt Lisges. Aber auch so habe es eine deutliche Steigerung gegeben. Allein in der Jugendherberge verzeichnete das Kiek In ein Plus von 23 Prozent. Was Lisges besonders freut: „2015 waren die sonst schwachen Sommerferien gut gebucht.“ 

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erstellt am 23.Feb.2016 | 12:00 Uhr

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