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Gesundheit : Grippe-Virus breitet sich massiv in der Stadt aus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Arztpraxen sind brechend voll. Junge Erwachsene erkranken zurzeit am häufigsten an Influenza.

shz.de von
erstellt am 03.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Neumünster | Die Grippewelle  hat Neumünster erreicht – und das massiv. In den Allgemeinarztpraxen geben sich die Patienten, die die echte Influenza erwischt hat, die Klinke in die Hand. Besonders betroffen sind junge Erwachsene.

„Die Praxen sind rappeldicke voll. Alle Kollegen stöhnen.  Es ist in diesem Jahr richtig heftig“, sagt Dr. Christian Winkelhog, der am Kuhberg gemeinsam mit seiner Frau Dr. Anne Jülicher -Winkelhog in diesen Tagen Grippepatienten am Fließband  untersucht. Gerade am Wochenende hat er auf einer Tagung mit vielen Ärzten aus Neumünster Rücksprache gehalten. Alle berichteten von ähnlichen Zuständen: Es gibt ganz viele Influenzafälle. Grippale Infekte sind derzeit eher selten.

Besonders heftig erwischt hat es in dieser Saison junge Erwachsene zwischen 16 und 30 Jahren.  „Die gehen morgens noch ganz gesund zur Arbeit, und plötzlich sind sie mit einem Schlag richtig krank“, beschreibt Christian Winkelhog  den typischen Beginn einer echten Grippe. Schüttelfrost, hohes Fieber, Gliederschmerzen, aber auch Erbrechen und Durchfall können  sehr massiv  auftreten.   „Das kann gut 14 Tage dauern“, weiß der Allgemeinarzt.

Die jungen Erwachsenen, bei denen er Influenza diagnostizierte, waren fast alle nicht gegen Grippe geimpft. „Junge Leute sind in der Regel nicht geschützt“, so Winkelhog. Außerdem sei der Impfschutz in diesem Jahr ohnehin nicht so effektiv, so dass vereinzelt auch Geimpfte erkrankten.

Das Gesundheitsamt bestätigte, dass die echte Grippe mittlerweile in Neumünster angekommen ist. Hier wurden vom Labor fünf Influenza-Fälle gezählt. „Das ist aber nur ein Bruchteil der Erkrankungen, denn nur bei den Wenigsten  wird ein Test gemacht“, erklärte die Fachdienstleiterin Dr. Alexandra Barth.

Im Friedrich-Ebert-Krankenhaus ist die Grippe laut FEK-Sprecherin Maren von Dollen derzeit kein Thema; lediglich bei einem Patienten steht zurzeit noch ein Test aus. Dass bisher keine Patienten mit Influenza stationär aufgenommen werden mussten, mag daran liegen, dass momentan überwiegend junge Leute erkrankt sind, die die Krankheit ohne große Komplikationen durchmachen.

Dennoch rät Alexandra Barth jedem, sich durch einfache Hygiene-Regeln zu schützen: „Wer Grippe hat, sollte zuhause bleiben – auch um die Viren nicht zu verteilen. Gehustet werden soll stets in die Armbeuge. Und Händewaschen ist enorm wichtig“, so die Ärztin. Risikopatienten, zum Beispiel chronisch Kranken, rät sie auch jetzt noch zur Impfung. Allerdings dauert es 14 Tage, bis der Schutz besteht.

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