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Niederdeutsche Bühne : Grandioser Auftakt der neuen Spielzeit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

140 Besucher amüsierten sich bestens über die Komödie.

shz.de von
erstellt am 06.Okt.2014 | 11:30 Uhr

Neumünster | „Selbstverständlich hat er die Wahrheit gelogen.“ Ein Satz, so verdreht wie charakteristisch für den turbulenten Zweiakter „De Balkonhüppers“. Am Freitagabend eröffnete die Niederdeutsche Bühne (NBN) ihre 92. Spielzeit mit dem Boulevardstück von Arthur Newfield in einer niederdeutschen Übertragung von Swantje Söderbohm vor 140 Gästen im ausverkauften NBN-Studio-Theater.

„Traditionell fangen wir unsere Saison mit einer Komödie an“, berichtete Frank Juds. „Das wird sich auch mit dem neuen Vorsitzenden Gerd Milkereit nicht ändern,“ so sein Stellvertreter weiter. „Bewegung wird in die Sonderveranstaltungen kommen“, kündigten Juds und Milkereit in ihrer Rede an. Wie jeder Verein müsse auch die Niederdeutsche Bühne sich um den Nachwuchs kümmern. Man habe schon eine Menge guter Ideen, sei jedoch für jeden Vorschlag offen.

Doch nun zum Stück. Die Rahmenhandlung einfach: Zwei Ehepaare, ein Freund und zwei benachbarte Wohnungen mit Balkon im 11. Stockwerk eines anonymen Wohnhauses – die Geschichte umso turbulenter: Mareike van den Berg (Birgit Müller) und Peter Döblin (Michael Schmidt als Gast) sind Nachbarn. Wenn Mareikes Mann Jan (Herbert Hübsch als Gast) auf Dienstreise ist, packt auch Peter seine Koffer – zumindest ist das die Version, die seine Ehefrau Doris (Peggy Lund) glauben soll. Denn in Wirklichkeit verbringt der untreue Gemahl das eine oder andere Schäferstündchen mit Mareike. Bis eines Tages Jan zu früh von der Dienstreise heimkommt und Peter über den Balkon flüchten muss. Die Flucht missglückt, es kommt zum Showdown zwischen Liebhaber und Gehörntem. Gottlob lässt sich Letzterer auf Peters und Mareikes famosen Flunkereien ein. Jan lässt Peter nach Hause ziehen, wo der wiederum knapp den Liebhaber seiner Frau, seinen besten Freund Bernd, verpasst. Bernd Butenschön (Simon Hobler) landet bei seiner Flucht über den Balkon im Schlafzimmer der van den Bergs . . .

Bewundernswert, wie das Ensemble selbst im größten Durcheinander und trotz des teilweise irrwitzigen Tempos nie den Faden verlor. „Die Schauspieler sind überwältigend“, urteilte Michael Klee bereits in der Pause. „Ich habe bis jetzt keinen einzigen Hänger bemerkt. Und wie sie sich gegenseitig die Bälle zuspielen – unnachahmlich – für die Zuschauer eine echte Freude“, formulierte der Neumünsteraner Elektromeister seine Begeisterung.

Birgitt Jürs stimmte zu: „Die Besetzung ist grandios. Jeder füllte seine Rolle aus, keiner drängte sich in den Vordergrund. Jeder Schauspieler durfte großartig sein“, fand die Autorin. Und Jürs hatte noch mehr Lob zu vergeben: „Regisseur und Bühnenbildner Ulrich Herold hat mit einfachen Mitteln ein wunderbares Bühnenbild geschaffen. Er hat die unterschiedlichen Tempi gekonnt herausgearbeitet – wurde die Situation haarig, gewann das Stück an Tempo, mussten wieder einmal neue Ausreden erfunden werden, reduzierte er die Geschwindigkeit.“ Das Resultat: Großartige Unterhaltung für ein begeistertes Publikum.

Die Niederdeutsche Bühne spielt die Komödie „De Balkonhüppers“ noch bis einschließlich Sonntag, 12. Oktober, täglich im NBN-Studio-Theater. Spielbeginn ist 20 Uhr, außer am 12. Oktober (16 Uhr). Karten gibt es bei Auch und Kneidl, Tel. 4 40 64 und an der Abendkasse.


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