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Seniorenmagazin : Grabsteine sind wie Seiten im Buch der Vergangenheit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Friedhöfe sind Orte mit wundervoller Natur, an denen alles zur Ruhe kommt. Mehr zum Thema gibt es heute im Courier.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Neumünster | Friedhöfe sind ein besondere Orte. Das sagt schon der Name: Ein Hof, in dem Frieden ist. Wenn das Leben zu Ende gelebt ist, gibt es einen Ort, an dem alles zur Ruhe kommt.

Die körperliche Hülle des Menschen bekommt einen Platz, an dem seiner Seele und Person gedacht werden kann. Dort ist unwiderruflich, dass nicht weiter gelebt wird. Es ist zu Ende mit wunderbarer Liebe in allen Formen des menschlichen Zusammenlebens. Auch überschwänglich oder tief innerlich erlebte Lebensfreude ist vorbei. Aber auch alle widerlichen Intrigen und alles Böse, das es unter den lebenden Menschen gibt, kann nicht mehr schaden. Im Grab ist für den Verstorbenen der Kampf zu Ende, und er ist im Hof des Friedens angekommen.

Dort herrscht eine besondere Atmosphäre. Man wird still und geht langsam in den Reihen entlang. Die Grabsteine sind wie Seiten im Buch der Vergangenheit. Man sieht ganze Familien dokumentiert, denkt über die Zugehörigkeit zueinander nach und kann über das erreichte Lebensalter traurig oder getrost sein.

Die Gestaltung der Gedenksteine gibt nicht immer Auskunft über das Wesen der Toten. Meist haben sie dabei ja keine Mitsprache mehr. Aber warum nicht? Schließlich können wir ja auch mittels Patientenverfügung über unser Ableben einigermaßen bestimmen.

Wie würde er aussehen, unser gemeinsamer Grabstein? Würde er etwas davon zeigen, wie wir waren? Und wie kann man das überhaupt vermitteln? Es ist einen Gedanken wert, daran selbst mitzuwirken. Der schönste Grabstein für mich ist der meiner Großeltern, den ich selbst bei einer befreundeten Steinmetzin in Auftrag geben konnte. Nur ein schlichter rauer Granit mit dem in Stein gehauenen Nachnamen als Oberkante. Darunter die Namen und Daten als aufgesetzte Lettern. Er hat zu ihnen gepasst, rau und besonders, wie sie waren und deren Urnen wir in Berlin vereinigen konnten. Dort passten sie und ihr Stein in den Waldfriedhof und auch darüber ist die Zeit dahingegangen.

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