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Südfriedhof : Grabschmuck erregt oft die Gemüter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wenn Lichterketten oder Plastikblumen in den Anlagen stören, schreitet die Friedhofsverwaltung ein – das ist nicht immer ein einfacher Weg.

Neumünster | Ellen Werner ist verärgert. „Jetzt, wo sich kleine Pompons an den Gräsern gebildet haben, kommt die moderne Gestaltung des Himmelsgartens auf dem Südfriedhof richtig zur Geltung. In den Spiegeln hinter der Wasserfläche zeigen sich Sonne und Wolken“, sagt sie. Ganz bewusst habe sie 2013 dort eine Grabstelle gewählt. Doch die Anlage gefällt ihr nicht mehr, weil zu viel Schmuck auf den Urnengräbern steht, angefangen von eingepflanzten Blumen über Figuren bis hin zu Gartensteckern und Laternen. „Die meisten Angehörigen halten sich nicht an die Vorgaben zur Schlichtheit und die Friedhofsverwaltung unternimmt nichts dagegen“, beklagt die Gadelanderin. Dem widerspricht Friedhofsleiter Peter Lang: „Es gibt regelmäßig Beschwerden, aber wir kümmern uns.“

Eine Aufgabe, die allerdings viel Fingerspitzengefühl verlangt, denn „jeder Mensch trauert anders und unterschiedlich lange“, so Lang. Klar ist: Es gibt Vorgaben. Wer in einem der bislang sechs Themengärten auf dem Südfriedhof eine Grabstelle erwirbt, muss diese beachten. Doch oft sind es nicht die direkten Hinterbliebenen, die sich nicht daran halten, sondern Freunde und Bekannte. Aus Unkenntnis bringen sie Geschenke, Andenken oder Blumen mit. „Das Konzept ist zwar im Internet und auch auf Schildern an den Gärten erläutert, das wird aber wenig gelesen“, sagt Peter Lang. Eine gewisse Zeit nach der Beerdigung dulden die Friedhofsgärtner die Ausnahmen, sofern sie weder die Grab- und Anlagenpflege behindern, noch ein öffentliches Ärgernis darstellen. „Die Solarlichterkette oder die Plastikzäune, die wir schon mal hatten, entfernen wir sofort. Die Sachen kommen dann zum Betriebshof und können dort abgeholt werden“, sagt Lang. Bei Figuren ist es oft schon schwierig. Auch die sind eigentlich nicht erlaubt. „Wenn aber der kleine Enkel dem Opa ein Herz oder einen Teddy auf die Grabplatte legt, nehmen wir das nicht einfach weg“, sagt der Friedhofsleiter.

Seit neustem ist Julia Hunwardsen extra Ansprechpartnerin für solche Probleme. Bei Beschwerden ermittelt die Friedhofsgärtnerin am Computer den Nutzungsberechtigten des Grabes und schreibt ihn an. Dann gibt es eine Frist. Verstreicht diese, schreitet die Friedhofsverwaltung ein. Für Peter Lang ist das Gespräch wichtig: „Wenn man den Leuten klar macht, was vielleicht dahinter steckt, haben viele eine Einsicht und ziehen ihre Beschwerde zurück.“ Auf der anderen Seite müssten sich aber auch die Hinterbliebenen an Regeln halten: „Das ist so in einer Gemeinschaftsanlage.“ Außerhalb der Themengärten sind die Vorgaben großzügiger, auf den drei Feldern, auf den Kinder begraben liegen, gibt es bewusst so gut wie keine Einschränkungen.

Wie beliebt die 400 bis 500 Quadratmeter großen Themengärten sind, zeigt die hohe Nachfrage. Obwohl die Friedhofsgärtner noch an dem Garten „Glaube, Hoffnung, Liebe“ mit 270 Plätzen arbeiten, sind schon fast 50 Plätze belegt. Noch in diesem Jahr soll daher mit der Anlage eines deutlich größeren „Paradiesgartens“ begonnen werden.

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