Nordfriedhof : Grabmal Renck in neuem Glanz

Uwe Kröger vom Förderverein (von links) zeigt die einzige historische Aufnahme, die aber nicht den oberen Aufbau des Grabmals mit dem verschollenen Engel zeigt. Restaurator Roland Hooß und Architekt Matthias Schmidt stellte das vor besondere Herausforderungen.
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Uwe Kröger vom Förderverein (von links) zeigt die einzige historische Aufnahme, die aber nicht den oberen Aufbau des Grabmals mit dem verschollenen Engel zeigt. Restaurator Roland Hooß und Architekt Matthias Schmidt stellte das vor besondere Herausforderungen.

Restaurierung kostete 23 000 Euro. Förderverein denkt schon an weitere Projekte

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07. November 2014, 12:00 Uhr

Neumünster | Nach dem Mausoleum Moll hat der Verein zur Förderung der Grabdenkmale sein nächstes Großprojekt abgeschlossen. Die Begräbnisstätte der Familie Renck auf dem Nordfriedhof erstrahlt wieder in neuem Glanz.

Das ist durchaus wörtlich zu nehmen. Die vergoldete Schrift auf den Gedenkplatten aus schwarzem Granit ist wieder hergestellt. Bei anderen Elementen waren Planer und Restauratoren jedoch vor besondere Herausforderungen gestellt. So ist der obere Aufbau des 1894 wohl vom Rathaus-Architekten Magnus Schlichting entworfenen Grabmals nicht genau bekannt.

„Wir haben daher nicht rekonstruiert, sondern interpretiert“, sagte Architekt Matthias Schmidt zur abstrakten Nachempfindung. Anstelle des verschollenen Engels steht ein symbolisches Kreuz. Restaurator Roland Hooß hatte mit mehreren historischen und jüngeren Anstrichen zu kämpfen, die dem Sandstein massiv geschadet hatten. Die Schichten mussten vor der Schutzlasur runter.

„Mir gefällt es“, lobte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras die moderne Interpretation als gelungenes Ensemble. Denkmale wie dieses gehörten zum kulturellen Erbe der Stadt. Tauras: „Wir können kommenden Generationen die Geschichte Neumünsters zeigen.“ Pastorin Simone Bremer als Vorsitzende des Kirchengemeindeverbands nannte Grabdenkmale „ein Stück Erinnerungskultur“. Der Fördervereinsvorsitzende Uwe Kröger würdigte die Bedeutung der Familie Renck. Mit der ersten Dampfmaschine 1824 läutete die Familie Neumünsters Industrialisierung ein. Zur Stadtwerdung 1870 vermachte sie Neumünster Rencks Park, 1920 wurde er für die Öffentlichkeit freigegeben.

23000 Euro kostete die Rettung und Wiederherstellung des Grabmals. Das war nur mit Hilfe von Sponsoren zu bewerkstelligen. Mit der Restaurierung der Friedhofsmauer und der Gedenkstätte für die Opfer des Fabrikbrands bei Köster 1868 denkt der Verein schon an die nächsten Projekte.

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