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Göttlicher Musikgenuss mit den „German Winds“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bläser-Ensemble begeisterte mit Mozart 350 Besucher im Theater in der Stadthalle

Wind aus verschiedenen Richtungen löste am Montagabend einen Sturm aus. Für die Luftbewegungen waren die zwölf Bläser des Ensembles „German Winds“ verantwortlich, für die Begeisterungsstürme sorgten die 350 Besucher im Theater in der Stadthalle.

Im Rahmen der Abo-Konzerte hatte das Kulturbüro das Bläserensemble, hochkarätig besetzt mit Solisten aus dem gesamten Bundesgebiet, für einen Auftritt in Neumünster gewinnen können. Auf dem Programm stand Mozart. Vorweg gab es, „sozusagen als 20-minütigen Vorgeschmack“, wie sich Ensembleleiter Nicolas Thiébaud ausdrückte, Bearbeitungen aus der Oper „Die Entführung aus dem Serail“.

Während sich die Akteure in der Ouvertüre noch warm spielen mussten, bewiesen sie bei der Bearbeitung der
Arien ihr außergewöhnliches musikalisches Können. Die dynamischen Kontraste und Tempowechsel der Harmoniemusik arbeiteten die Bläser überzeugend heraus. Tosender Applaus
war der Lohn für ihre große Spielfreude.

Nach der Pause kam dann die Bläserserenade „Gran Partita“, deren Adagio Mozarts Widersacher Antonio Salierie im Film „Amadeus“ als Musik „voll tiefster Sehnsucht; einer so unstillbaren Sehnsucht, dass ich erbebte und es mir schien, als hörte ich die Stimme Gottes“, beschrieb. Zwei Oboen, zwei
Klarinetten, zwei Bassetthörner, vier Waldhörner, zwei Fagotte und einen Kontrabass braucht es für den göttlichen Klang.

Allein der Anblick von 13 Instrumentalisten auf der Bühne war ein Genuss, zumal das wenig bekannte Bassetthorn gleich zwei Mal vertreten war. Oboist Nicolas Thiébaud gab die Einsätze per Blickkontakt, und die Musiker folgten ihrem Künstlerischen Leiter leichthändig. Als Ergebnis kam das Publikum in den Genuss einer meisterhaften Instrumentationsstudie von bezaubernder Klangpoesie. Nur ganz selten war die Begleitung etwas laut. Dann hatte die Oboe es schwer, sich durchzusetzen. Ohne Einschränkung wirkungsvoll gestalteten die Musiker den romantischen Mittelteil inklusive rasend schneller Fagott-Stimme.

Das Finale wurde zu einem turbulenten Rondo voller Virtuosität. Auch die von Mozart vorgesehene exotische Einfärbung durch Anklänge an türkische Musik, gelang den Musikern von German Winds ausgesprochen gut.

Sogar eine Kostprobe dessen, was es bedeutet ein „Windinstrument“ zu spielen, bekam das Publikum: Um ein Blasinstrument spielbar zu machen, muss es auch während eines Konzertes immer wieder freigepustet werden.


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erstellt am 09.Feb.2016 | 11:53 Uhr

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