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Konzert : Godewind: Das war eher Popcorn als Spekulatius

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

So richtig wollte der Funke beim weihnachtlichen Godewind-Konzert im Theater in der Stadthalle nicht überspringen

shz.de von
erstellt am 03.Dez.2015 | 19:02 Uhr

Neumünster | Seit Tagen dichte Wolken, stürmischer Wind und Temperaturen im zweistelligen Bereich. Kaum zu glauben: in drei Wochen ist Weihnachten. Je hektischer die Vorweihnachtszeit, umso größer die Sehnsucht nach Ruhe und Besinnlichkeit. Ein Abend mit Godewind verheißt musikalische Einstimmung aufs Fest. Seit 35 Jahren tourt die Band aus Nordfriesland mit platt- und hochdeutschen Weihnachtsliedern durch die Lande. Anfangs in Kirchen, mit wachsender Popularität auf großen und kleinen Konzertbühnen, am Mittwochabend gastierten die fünf Musiker im Theater in der Stadthalle. „Für mich gehören die Lieder von Godewind zur Vorweihnachtszeit wie Spekulatius und Zimtsterne“, sagte Ingelore Hansen vor dem Konzert. Um so mehr freue sie sich, die Band nun endlich einmal live zu erleben, so die Kellinghusenerin.

Das Konzert begann ungewöhnlich. Leise Hintergrundmusik wurde langsam lauter, nacheinander betraten Shanger Ohl (Keyboards), Sven Zimmermann am Bass, die Sängerin Anja Bublitz, Schlagzeuger Heiko Reese und als Gastmusiker der Gitarrist Holly Petersen die Bühne und stimmten die Ballade „Wiehnacht hölt uns tosamen“ an. Ohne Ansage folgte das zweite Lied. Erst danach begrüßte Heiko Reese das Publikum mit einem kurzen „Moin“ und der Freude, „endlich mal wieder in Neumünster zu sein“. Für einen Großteil der 220 Besucher waren Godewind keine Unbekannten. Die Ankündigung altbekannter Lieder wurde mit Bravo-Rufen kommentiert, neue Songs aufmerksam zu Kenntnis genommen. Der Applaus war höflich, aber selten begeistert.

„Ist doch schön, oder?“, meinte eine Besucherin in der Pause zu ihrer Freundin. Die Zustimmung kam zögerlich. So richtig wollte der Funke im Saal nämlich nicht überspringen. Nicht in der ersten Hälfte, und auch nicht nach der Pause. Bei Godewind-Hits wie „Witte Wiehnacht“ klatschte das Publikum nach Aufforderung der Sängerin Anja Bublitz zwar rhythmisch mit, doch die vorweihnachtliche Freude blieb aus. Vielleicht lag es an der Lichtshow, die einen eher an eine Disko als an ein Weihnachtskonzert denken ließ. Vielleicht erinnerten die Arrangements zu sehr an Schlagermusik, und vielleicht eignen sich kleinere Bühnen besser für besinnliche Weihnachtsstimmung.

Zum Motto dieser Weihnachtstour von Godewind, „Keen Wiehnacht ohne...“, hätte Popcorn gepasst. Für würzige Spekulatius fehlten dem Auftritt am Montag die richtigen Zutaten.

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