Vortrag : Glücklich leben mit Günter

Thomas Stolte aus Husum (links) war nach dem Vortrag als einer der ersten am Büchertisch von Dr. Stefan Fädrich, um sich für den tollen Vortrag zu bedanken und ein Buch signieren zu lassen.
Thomas Stolte aus Husum (links) war nach dem Vortrag als einer der ersten am Büchertisch von Dr. Stefan Fädrich, um sich für den tollen Vortrag zu bedanken und ein Buch signieren zu lassen.

Motivationsexperte Dr. Stefan Fädrich erklärte 300 Gästen in der Stadthalle den richtigen Umgang mit dem inneren Schweinehund.

shz.de von
28. Mai 2015, 07:00 Uhr

Neumünster | „Ich bin froh, dass ich mich auf den Weg gemacht habe“, freute sich Thomas Stolte. Der selbstständige Ingenieur aus Husum hatte die anderthalbstündige Fahrt von seiner Heimatstadt nach Neumünster in Kauf genommen, um einen Vortrag von Dr. Stefan Fädrich zu hören. Im Rahmen der „Wissensimpulse“, einer Vortragsreihe des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlags (sh:z), erklärte der Mediziner am Dienstagabend den 300 Gästen in der Stadthalle das „Günter-Prinzip“.

„Kennen Sie Günter?“, begrüßte der Motivationsexperte sein Publikum, um sofort die Antwort hinterher zu schicken: „Günter ist Ihr innerer Schweinehund. Er lebt in Ihrem Kopf und bewahrt Sie vor allem, was neu, mutig oder anstrengend klingt. ,Mach es so wie immer! Und fang lieber erst morgen an!‘, so seine Lieblingssätze. Günter ist der Erfolgsverhinderer vom Dienst.“

„Sollte Günter zu viel Raum einnehmen, werden wir träge und unzufrieden“, so Fädrichs These. Es gelte deshalb, Günter mit der richtigen Nahrung zu füttern. Und damit das gelinge, müssten wir über die Arbeitsweise unseres Gehirns Bescheid wissen. Wer nun meinte, einen Fachvortrag über Neurologie zu hören, den belehrte Fädrich eines Besseren. Der Mediziner, der 2000 mit einer Arbeit über Persönlichkeitsstörungen bei Strafgefangenen promovierte und anschließend zehn Jahre als Arzt in einem Klinikum für Psychiatrie und Psychotherapie arbeitete, bewies eindrucksvoll, dass er sich auch aufs Plaudern verstand: Launig, gut verständlich und immer mit der Comic-Figur Günter im Rücken – wechselnde Bilder des umtriebigen Schweinehundes wurden zur Verdeutlichung des Gesagten per Beamer an die Wand geworfen – beschrieb Fädrich die beiden Betriebssysteme in unseren Köpfen: das Routinesystem und das System, das nach Abenteuern ruft.

Beide müssten im Gleichgewicht sein, damit die Routine einen nicht veränderungsresistent und unzufrieden macht, erklärte der Experte. „Wir machen keine Erfahrungen“, meinte der Kölner, „die Erfahrungen machen uns. Und deshalb sollte man etwas wagen. Probieren Sie jeden Tag etwas Neues. Scheiße passiert sowieso, und wenn schon Scheiße, dann mit Anlauf. Machen Sie das Problem zu Ihrem Freund!“, riet er seinem begeisterten Publikum. Viele fühlten sich gut unterhalten, und manch einer nahm jede Menge Tipps im Umgang mit Arbeitskollegen mit nach Hause. „Mir gefielen besonders die zehn Gebote für Führungskräfte“, meinte Thomas Stolte. „Die werde ich in Zukunft beherzigen. Der Vortag hat mich total überzeugt. Hätte ich heute nicht meinen inneren Schweinehund überwunden und wäre in Husum geblieben, hätte ich viel verpasst“.

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