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Gildewochen : Glück gehabt: Das Gildebier ist für den Verzehr geeignet

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Traditionelle Veranstaltung der beiden Gilden / Sie wurde 1966 von zwei durstigen Gildebrüdern begründet

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erstellt am 17.Mai.2017 | 08:21 Uhr

Neumünster | Wer da meint, die Gildebrüder der beiden Neumünsteraner Gilden suchten nur einen Grund, um gesellig miteinander einen Schluck Bier zu trinken, der liegt völlig falsch. Die alljährliche Gildebierverkostung ist eine sehr ernste, wichtige Angelegenheit und eine quasi-amtliche Handlung, denn schließlich geht es beim Gildebier um ein Lebensmittel – und das muss sauber, nahrhaft und bekömmlich sein. So jedenfalls erklärte es der Kapitän der Bürgergilde, Dr. Ulf-Christian Mahlo, am Montagabend anlässlich dieser Traditionsveranstaltung im Restaurant der Holstenhallen.

Die gut 120 Gildebrüder beider Gilden nickten zustimmend und halfen bei der Verkostung mit – natürlich erst, nachdem Jürgen Bartram, der König der Bürgergilde, den ersten Schluck genommen und das Bier als „für den menschlichen Verzehr geeignet“ befunden hatte. Sein königlicher Vetter von der Jacoby-Bürgergilde, Peter Meinke, und die beiden Kapitäne Mahlo und Philipp Oldehus trauten sich erst danach an einen zaghaften Probeschluck – bestätigten aber spontan Bartrams Urteil.

Da hatten die Gildebrüder Glück, denn nun können sie unbeschwert in die Gildewochen starten. In diesem Jahr ist die Bürgergilde an der Reihe, auf den Vogel zu schießen und einen neuen König zu finden. Die zweijährige Amtszeit von Jürgen II. Bartram endet am Mittwoch nach Pfingsten.

Die alte Tradition der Bierverkostung geht übrigens zurück auf die Jacoby-Gildebrüder Gerhard Schümann und Heinrich Oldehus, Vater des heutigen Kapitäns. Sie besuchten 1966 spontan die damals noch aktive Holsten-Brauerei an der Brachenfelder Straße und baten Braumeister Einsiedel, das für das Vogelschießen der Jacoby-Bürgergilde gebraute Bier schon einmal probieren zu dürfen. Der Braumeister war zunächst verdutzt, gewährte dann aber einen Versuch. Das Bier erwies sich als „vorzüglich und für den menschlichen Genuss geeignet“, so das Urteil der beiden Tester. Seit diesem Tag stiftet die Holsten-Brauerei alljährlich das erste Fass Bier. Das wird allerdings erst durch das Anstechen des Fasses und den Probeschluck durch die scheidende Majestät zum offiziellen Gildebier. So einfach ist das.

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