zur Navigation springen

Warnstreik der Lehrer : Gleiches Geld für gleiche Arbeit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Angestellte wollen wie ihre Beamten-Kollegen bezahlt werden. Vor der Stein-Schule demonstrierten sie und fuhren dann zur Kundgebung.

shz.de von
erstellt am 12.Mär.2015 | 07:00 Uhr

Neumünster | Etwa 30 Demonstranten trafen sich gestern um 7.15 Uhr zu einer von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) organisierten Kundgebung vor der Freiherr-vom-Stein-Schule. Ihre Forderungen für angestellte Lehrer: eine Gehaltssteigerung um 5,5 Prozent, einen Eingruppierungstarifvertrag, den Ausschluss sachgrundloser Befristungen und den vollständigen Erhalt der Zusatzversorgung.

Was die Punkte für die betroffenen Angestellten im Landesdienst bedeutet, erläuterte Jürgen Morlang: „Bis jetzt entscheiden die Länder ohne Beteiligung der Gewerkschaften über die Eingruppierung der Lehrkräfte. Diesen Zustand wollen wir ändern“, sagte der angestellte Grund-und Hauptschullehrer an der Freiherr-vom-Stein-Schule.

„Auch der Vorschlag der Tarifgemeinschaft der Länder, dem zufolge eine Gehaltserhöhung mit der Betriebsrente gegengerechnet werden soll, ist für uns nicht hinnehmbar“, betonte der GEW-Kreisvorsitzende Siegbert Schwab. Die Durchsetzung würde bedeuten, dass die Lehrer ihre Rente aus eigener Tasche bezahlen müssten.

Auf einen weiteren großen Missstand wies Gerie Scheutjens hin. Seit 14 Jahren ist der Angestellte als pädagogischer Mitarbeiter im Schuldienst und wird als solcher bezahlt. „Wir machen dieselbe Arbeit wie die Sonderschulpädagogen: Wir unterrichten die gleichen Kurse, werden als Klassenlehrer eingesetzt, verdienen aber weitaus weniger als unsere Kollegen“, berichtete der Mitarbeiter der Fröbelschule. „An den Förderzentren in Schleswig-Holstein besteht die Hälfte des Kollegiums aus pädagogischen Mitarbeitern. Ohne sie würden die Förderzentren gar nicht funktionieren. Seit zwölf Jahren führen wir Gespräche mit den jeweiligen Bildungsministern, aber getan hat sich in dieser Zeit nichts“, resümierte Scheutjens.

Etwa zehn verbeamtete Lehrer zeigten sich vor Schulbeginn solidarisch mit ihren angestellten Kollegen. Pünktlich um 8 Uhr gingen sie aber in den Unterricht. Die Streikenden fuhren nach Kiel zum gemeinsamen Demonstrationsmarsch von GEW, Verdi und der Gewerkschaft der Polizei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen