Neumünster : Gipfel der Grippewelle überwunden

Die Varianten der Grippe und der grippalen Infekte sind vielfältig in diesem Jahr. Bei allen helfen nur Fiebersenker und viel Erholung.
Die Varianten der Grippe und der grippalen Infekte sind vielfältig in diesem Jahr. Bei allen helfen nur Fiebersenker und viel Erholung.

Acht Influenza-Fälle sind beim Gesundheitsamt erfasst. Der Krankenstand bei Arbeitgebern ist allerdings hoch.

von
07. März 2018, 08:00 Uhr

Die Arztpraxen sind überlaufen von Menschen mit Husten, Schnupfen und Fieber, bei den Arbeitgebern gehen vermehrt Krankmeldungen ein, doch wenn man sich die Zahlen der gemeldeten Influenza-Fälle des Gesundheitsamtes der Stadt anschaut, könnte man meinen, die Neumünsteraner seien kerngesund.

„In den letzen vier Wochen gingen acht Meldungen bei uns ein, davon drei in der vergangenen Woche“, erklärt Dr. Alexandra Barth, Fachdienstleiterin des Gesundheitsamtes. Influenza sei meldepflichtig. Die meisten niedergelassenen Ärzte nehmen aber keinen Abstrich, den sie ins Labor schicken. Der Grund: „Das kostet Geld und Zeit, und es ist für die Therapie nicht relevant, ob es eine echte Grippe ist, oder nur ein grippaler Infekt“, erläutert Dr. Alexandra Barth. Bei beiden Krankheitsverläufen könne man nur Fiebersenker verschreiben und Bettruhe verordnen.

Im Vergleich zu Neumünster sind die Flensburger Ärzte meldefreudiger. Dort sind Seit Anfang Februar 103 Fälle eingegangen.

„Die Erfassung ist wichtig, denn diese Daten werden herangezogen, wenn es um die Zusammensetzung des Impfstoffes für den kommenden Herbst geht“, so die Fachdienstleiterin des Gesundheitsamtes. Dann werde nämlich der neue Impfstoff danach zusammengesetzt, welche Viren vermehrt zu erwarten sind.

In diesem Jahr habe die Grippeschutzimpfung häufig nur dann geholfen, wenn die Patienten den Vierfach-Impfschutz hatten. Der Dreifach-Schutz habe oft nichts gebracht. „Das ist Pech, man weiß vorher nie, welche Viren besonders stark auftreten“, sagt Dr. Alexandra Barth. Die gute Nachricht: „Den Höhepunkt der Grippewelle haben wir hinter uns.“ Noch bis Mitte April müsse man aber mit einem hohen Krankenstand rechnen.

Dieser ist aber bereits bei vielen Arbeitgebern sehr hoch. „Wir haben etwa 2,5 Prozent mehr Krankmeldungen in unserer Belegschaft als normalerweise“, erklärt Christian de la Chaux, Pflegedirektor des Friedrich-Ebert-Krankenhauses (FEK). Gepaart sei die Zahl der Krankmeldungen mit einer „extremen Hochbelegung des Krankenhauses, sodass wir immer gucken müssen, wie wir das Personal verteilen“, so der Pflegedirektor. Es habe aber bislang nur eine Woche lang bei den angemeldeten Operationen eine Drosselung gegeben, „wir haben alle Bereiche einsatzfähig.“ Von den Patienten seien derzeit nur zwei mit einem Influenza-Virus untergebracht. In den Schulen müssen teilweise Klassen zusammengelegt werden wegen der hohen Krankenstände. „Zu Unterrichtsausfällen liegen mir aber bislang keine Hinweise vor“, erklärt Schulrat Jan Stargardt. Auch bei der Stadt Neumünster liege gegenüber den Vorjahren ein sehr hoher Krankenstand vor, bestätigte Dirk Brosowski, Fachdienstleiter Personal. Die Fiebersenker seien derzeit heiß begehrt, sagt Kreisapotheker Rüdiger Metzner, Engpässe an Grippe-Medikamenten gebe es aber nicht.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen