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Kleine Anfrage : Giftiges Kraut: Kein Versuch bei Arpsdorf

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Hauke Göttsch erhielt Antworten auf seine Kleine Anfrage und will weiter nachhaken..

shz.de von
erstellt am 08.Feb.2014 | 08:00 Uhr

Bei dem etwa 20 Hektar großen Areal zwischen Arpsdorf und Willenscharen mit giftigem Jakobskreuzkraut handelt es sich nicht um eine Versuchsfläche. Das ergibt die Antwort auf eine Kleine Anfrage an die Landesregierung.

Nach einem Courier-Bericht über das angebliche Versuchsfeld brachte der CDU-Landtagsabgeordnete und Bürgermeister der Nachbargemeinde Ehndorf, Hauke Göttsch, die Kleine Anfrage mit 14 Punkten auf den Weg (der Courier berichtete). Göttsch ist in Sorge, weil „das Gefahrenpotenzial dieser Pflanze als Allergieauslöser beim Menschen und als Giftpflanze für Tiere erheblich ist“. Er wollte in seiner Anfrage unter anderem wissen, warum die Pflanze in Arpsdorf nicht bekämpft wird. Gestern lag die Antwort vor. Daraus geht ganz klar hervor, dass es auf dieser Fläche kein Projekt zum Umgang mit Jakobskreuzkraut gibt.

Laut Antwort aus dem Landwirtschaftsministerium trat das Jakobskreuzkraut erstmals 2006 auf der Fläche auf und hat sich seitdem ausgebreitet. Das besagte Areal gehört der Stiftung Naturschutz und ist an den Verein Weidelandschaften verpachtet, der darauf Robustrinder weiden lässt. Für seine Rinder sieht der Verein keine Gefahr.

Hildegard Widowski aus Kropp, stellvertretende Vorsitzende von Weidelandschaften, erklärte vor knapp vier Wochen, dass das Projekt auf zehn Jahre angelegt sei. Man wolle testen, ob sich durch eine ganzjährige Beweidung die Grasnarbe so schließe, dass das Jakobskreuzkraut von selbst zurückgehe. Als Hildegard Widowski gestern mit dem Ergebnis der Kleinen Anfrage konfrontiert wurde, klang das ganz anders. „Es handelt sich um kein Projekt mit wissenschaftlichem Hintergrund, sondern um eine Beobachtungsfläche des Vereins, wo wir unsere eigenen Erfahrungen im Umgang mit der Bekämpfung des Jakobskreuzkrautes durch den Blutbären machen – so lange man uns lässt“, sagte sie.

Der Blutbär oder Jakobskreuzkrautbär ist ein Schmetterling, und er gilt als biologische Waffe gegen das Krautgewächs (der Courier berichtete), weil die Raupen die Giftpflanze fressen.

In der Anfrage von Hauke Göttsch wird bestätigt, dass die Stiftung Naturschutz seit 2013 ein Projekt zur Aufzucht und Ansiedlung des Blutbären im Kampf gegen das Jakobskreuzkraut begleitet. Die Flächen liegen allerdings im Kreis Ostholstein und am Wittensee und nicht bei Arpsdorf.

Eine Ausbreitung über die Arpsdorfer Fläche hinaus hält das Ministerium für unwahrscheinlich: Das Kraut breite sich ausschließlich im Umkreis von weniger aus zehn Metern über Samen aus. Auf der Fläche bei Arpsdorf bilde der umgebende Wald hinsichtlich der Windverbreitung eine effektive Ausbreitungsbarriere. Ansonsten verweist das Ministerium auf die 2009 erschienene und 2013 neu aufgelegte Broschüre „Umgang mit dem Jakobskreuzkraut, Meiden-Dulden-Bekämpfen“.

Für Hauke Göttsch ist das Thema Jakobskreuzkraut mit der Reaktion auf seine Kleine Anfrage nicht abgeschlossen. „Die Antworten stellen mich nicht zufrieden. Sie beinhalten zu viele Widersprüche. Daher behalte ich mir weitere Nachfragen vor, die ich über den Agrar- und Umweltausschuss einbringen werde“, sagte Hauke Göttsch.


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