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Aukrug : Giftiges Kraut: „Großversuch ist unverantwortlich“

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Imker sind empört, dass das Jakobskreuzkraut bei Arpsdorf ungehindert wachsen kann. Bienen nehmen giftige Alkaloide auf, die später im Honig zu finden sind.

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erstellt am 13.Feb.2014 | 12:00 Uhr

Das giftige Jakobskreuzkraut, das auf einer Fläche bei Arpsdorf wächst (der Courier berichtete), war auch Thema auf der Jahreshauptversammlung der Aukruger Imker. Die Aukruger sind der Meinung, dass dieses Experiment gestoppt werden muss.

Die Imker beziehen deutlich Stellung gegen die Pläne des Vereins Weidelandschaften, in Arpsdorf auf eine Bekämpfung des Jakobskreuzkrauts zu verzichten. „Meiner Meinung nach kann man das Jakobskreuzkraut nicht auf 20 Hektar Fläche einfach so wachsen lassen“, betont der 1. Vorsitzende des Imkervereins Aukrug und Umgebung, Reimer Reimers. „Der von den Bienen auf diesen Flächen gesammelte Nektar enthält giftige Alkaloide, die in den Sommerhonig gelangen könnten. Der Großversuch des Vereins Weidelandschaften ist unverantwortlich.“

„Es ist total illusorisch und naiv zu glauben, dass sich das Kreuzkraut von selbst eindämmt“, sagt Reimers. „Wir Aukruger Imker sind uns einig, dass dieses bedenkliche Experiment gestoppt werden müsste.“ Der Vereinsvorsitzende hat seine Vorbehalte an den Imker-Landesverband gemailt, wo er auf Zustimmung stieß: „Die Imker sind auf Landesebene gegen dieses leichtfertige Experiment mit ziemlich gewissem Ausgang.“ Die vom Jakobskreuzkraut ausgehenden Pyrrolizidin-Alkaloide sind giftig für den Menschen. „Die Bienen können das zwar ab, aber der Honig kann es nicht.“ Es gebe bislang keine festgelegten Grenzwerte für die giftigen Alkaloide. „In Spanien oder auf dem Balkan, wo das Kreuzkraut flächendeckend wächst, ist die Belastung sehr hoch, und da warnt man vor dem Verzehr des Honigs“, weiß Reimers. „Solche Verhältnisse wollen wir hier nicht haben.“

Die Aukruger Bienen fiebern derweil der neuen Honigsaison schon ganz ungeduldig entgegen. „Einige Völker haben jetzt bereits mit der Brut angefangen“, berichtet Reimers. Das sei relativ früh für Norddeutschland. In den Bienenkästen der Imker bereiten die Winterbienen alles für die Aufzucht der Sommerbienen vor. Der Zeitraum, in dem die alten Winter- von den neuen Sommerbienen abgelöst werden, heißt Durchlenzungsphase und dauert bis Ende März oder maximal Mitte April. Wie eine Umfrage bei der Jahreshauptversammlung ergab, gehen die insgesamt 121 Bienenvölker der 22 Vereinsimker noch ziemlich vollzählig in die Durchlenzungsphase. Das sah vor einem Jahr ganz anders aus, als die hauptsächlich durch die Varroa-Milbe verursachten Winterverluste bei den Bienenvölkern 25 Prozent betrugen. Aktuell betragen die winterlichen Bestandsverluste nur 6,7 Prozent. Eine Quote, die sich allerdings noch verdoppeln kann, wenn sechs als „schwach“ eingestufte Bienenvölker den restlichen Winter nicht überstehen sollten.

„Acht Imker hatten gar keine Verluste“, bilanziert der 1. Vorsitzende. „Das ist sehr positiv, und darum sind wir alle sehr hoffnungsvoll.“ Reimers ist optimistisch, dass die zwei „schwachen“ seiner insgesamt 22 Völker (zu Beginn des Winters noch 24) bis zum Frühlingsbeginn durchhalten werden: „Wir brauchen jetzt möglichst gutes Wetter, damit sich die Völker optimal weiterentwickeln können.“


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