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Feuerwehreinsatz : Giftiges Ammoniak entwich bei Edeka

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In der Kühlanlage gab es ein Leck. Die Feuerwehr war in der Nacht zu Sonnabend rund viereinhalb Stunden mit beiden Gefahrgutzügen im Einsatz.

Neumünster | Der Austritt von hochgiftigem Ammoniak hat in der Nacht zu Sonnabend einen Großeinsatz der Feuerwehr im Edeka-Zentrallager an der Gadelander Straße 120 ausgelöst. Verletzt wurde niemand. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht.

Gegen 23.30 Uhr bemerkten Mitarbeiter den beißenden Geruch in einer Kühlhalle. Sie wählten die 112. Die Berufsfeuerwehr war wenige Minuten später mit dem Ersten Gefahrgutzug vor Ort und erkundete die Lage. Sieben Mitarbeiter, die sich vorher in der Halle aufgehalten hatten, wurden vorsorglich vom Rettungsdienst untersucht. Eine Behandlung war laut Einsatzleiter Sven Kasulke aber nicht nötig. Der Chef der Berufsfeuerwehr ließ das Gebäude räumen und löste Großalarm aus. Der Zweite Gefahrgutzug der Freiwilligen Feuerwehren, die Regieeinheiten und die Betreuungsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes kamen daraufhin zur Einsatzstelle. Weitere Feuerwehrleute besetzten die Wache, um den Brandschutz sicherzustellen.

41 Einsatzkräfte waren schließlich bei vier Grad unter Null vor Ort im Industriegebiet Süd. Zeitgleich wurde der Techniker, der die Anlage betreut, aus Flensburg gerufen. Mehrere Erkundungstrupps unter schwerem Atemschutz im Chemikalienschutzanzug suchten hintereinander die Leckage in der Kühlungsanlage. „Zunächst konnten wir nur einen Teil der auf dem Gebäudeflachdach verlaufenden Ammoniak-Kühlleitung untersuchen. Dort gab es aber kein Leck. Nach Eintreffen des zuständigen Technikers wurde die Suche fortgesetzt. Die Trupps konnten die restlichen Dachflächen über die Drehleiter erreichen“, sagte Kasulke. Nach etwa zwei Stunden wurde das Leck gefunden und abgedichtet.

Schwierigkeiten bereiteten die Minustemperaturen. Die Erkundungstrupps mussten nach ihrem Einsatz im Chemikalienschutzanzug durch die Dekontaminationsschleuse. Das Wasser mit dem sie dekontaminiert wurden, fing sofort an zu gefrieren. Um nicht auszukühlen, wurden die Trupps sofort aus dem Chemikalienschutzanzug herausgeholt, mit warmen Getränken und neuer Kleidung versorgt. Aber auch der Fußboden der Dekontaminationsschleuse wurde zur Gefahr für die Einsatzkräfte: Er verwandelte sich zur Schlittschuhbahn und musste mehrfach enteist werden. Die Mitglieder der Regieeinheiten und der DRK-Betreuungsgruppe sorgten im Verpflegungszelt für heiße und kalte Getränke sowie Würstchen mit Brötchen.

Bei diesem Einsatz ging zum ersten Mal die neue „Social-Media-Gruppe“ des Stabes (der Courier berichtete) an den Start. So wurden aktuelle Informationen und Fotos über den Twitter-Account der Berufsfeuerwehr gepostet und an die Öffentlichkeit geben.

Gegen 4 Uhr war der Einsatz am Sonnabend dann beendet. Sven Kasulke zeigte sich im Anschluss mit dem Ablauf und dem Vorgehen der einzelnen Einsatzabschnitte und mit dem Abarbeiten des gesamten Einsatzes sehr zufrieden und lobte alle Einsatzkräfte.



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erstellt am 05.Dez.2016 | 07:30 Uhr

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