Gift für Sparer

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03. Dezember 2014, 11:03 Uhr

Als Hein Tüt noch ein Heini war, haben seine Eltern ihm ein Sparschwein geschenkt. Das hat er dann regelmäßig mit seinen Münzen befüllt und am Weltspartag zur Bankfiliale getragen. Auch damals gab es schon kleine Geschenke, wenn man sich seine Spargroschen auf dem Sparbuch eintragen ließ. Als Hein etwas älter war und verstanden hatte, was Zinsen sind, ist er sofort am 2. Januar zur Bank gelaufen und hat sie sich gutschreiben lassen. Das war ein Fest! Heute, viele Jahre später, funktioniert Hein immer noch so – leider, muss man fast schon sagen. Das derzeitige Zinsniveau ist buchstäblich Gift für Sparer und der 2. Januar kein Feiertag mehr, sondern ein Tag des Ärgers. Es sind wirklich lausige Beträge, die ihm die Bank gutschreibt. „Die Deutschen sparen sich ärmer“, las er gestern sogar in einem Interview: Die Zinsen können kaum noch den natürlichen Kaufkraftverlust ausgleichen. Hein sieht jetzt mehrere Möglichkeiten: 1. Alles Geld immer sofort ausgeben. 2. Das Geld unters Kopfkissen packen. 3. Schulden machen bis unters Dach – in der Hoffnung, dass die Inflation dann die Schulden auffrisst. Keine dieser Möglichkeiten kann Hein restlos überzeugen. Dafür sitzt seine Erziehung einfach zu tief in ihm drin.

Guten Tag, bis morgen!

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