Rundfunkbeitrag in Neumünster : GEZ-Gebühr: Neumünster zahlt 71 Prozent mehr

Die Reform der GEZ-Gebühr zum Rundfunkbeitrag lässt die Rechnung für die Stadt Neumünster explodieren: Sie muss fast 15.000 Euro bezahlen. 2012 waren es noch 8500 Euro.

shz.de von
10. April 2013, 08:24 Uhr

Neumünster | Eigentlich wollte der öffentlich-rechtliche Rundfunk mehr Gerechtigkeit durch seine Gebührenreform erreichen, aber es darf stark bezweifelt werden, ob ARD und ZDF das gelungen ist. Die Stadt Neumünster beispielsweise sieht sich massiv gestiegener Forderungen gegenüber.

2012 waren noch rund 8500 Euro Rundfunkgebühren pro Jahr fällig, doch jetzt verlangt die Gebührenzen trale GEZ plötzlich 14.600 Euro von der Stadt. Innerhalb der Verwaltung gab es aber deutliche Verschiebungen. Das liegt an der Umstellung der Berechnungsgrundlage, nämlich weg von der Gebühr pro Gerät und hin zur Berechnung pro Kopf.

Jedes Auto zählt - auch ohne Radio

Holger Krüger von der Zentralen Verwaltung hat gezählt, gerechnet und mit dem NDR diskutiert. "Jetzt sieht es so aus, dass wir für die Kernverwaltung mit allen Liegenschaften 3600 Euro zahlen müssen. Bislang waren es noch 950 Euro", sagte Krüger auf Courier-Anfrage. Eine exorbitante Steigerung gibt es auch im Technischen Betriebszentrum (TBZ): Dort werden nicht mehr 3400 Euro fällig, sondern 8300 Euro. Für jedes Fahrzeug beispielsweise muss jetzt gezahlt werden, auch wenn gar kein Radio eingebaut ist. "Wir haben aber Hoffnung, dass die Summe für das TBZ noch reduziert wird", sagte Krüger. Gespräche liefen noch.

Kindertagesstätten und Jugendfreizeitheime waren bislang von der Gebühr befreit, müssen jetzt aber einen (reduzierten) Satz zahlen. Das allein schlägt mit 2200 Euro auf das Stadtsäckel durch. Für die Berufsfeuerwehr dagegen reduziert sich die Forderung von 3200 auf 450 Euro, weil der neue Rundfunk-Staatsvertrag die Brandschützer in Teilen von der Gebühr verschont.

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