zur Navigation springen

1. Mai in Neumünster : Gewerkschafter fordern zur Wahl auf

vom

Verdi-Vertreter warnt vor rechter Gefahr und den "falschen" Arbeitsplätzen. 700 Menschen kamen zur Kundgebung.

shz.de von
erstellt am 02.Mai.2013 | 07:57 Uhr

Neumünster | Ein sicheres Auskommen für jedermann und mehr Gerechtigkeit bei der Einkommensverteilung in Deutschland und Europa waren die zentralen Themen der Maikundgebungen gestern in Neumünster: "Gute Arbeit. Sichere Rente. Soziales Europa", skandierte der DGB auf einem Transparent und marschierte damit vorweg vom Großflecken über die Holstenstraße, Parkstraße, quer durchs Vicelinviertel zum Gewerkschaftshaus an der Carlstraße. Insgesamt beteiligten sich etwa 350 Menschen an dem Umzug.

Vor dem DGB-Haus versammelten sich etwa 700 Menschen, um die Mai-Rede zu hören. Auch Polit-Prominenz mischte sich mit SPD-Landeschef Ralf Stegner, Ex-Minister und SPD-Spitzenkandidat Uwe Döring sowie der Landtagsabgeordneten Kirsten Eickhoff-Weber (SPD) und Angelika Beer (Piraten) unter die Zuhörer. Als Mai-Redner trat Verdi-Bundesvorstand Wolfgang Uellenberg van Dawen ans Mikrofon. Mit klaren Ansagen forderte er "gute, sichere Arbeit für die Menschen, damit sie gut und sicher leben können". Um das langfristig zu gewährleisten, müsse der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro eingeführt werden, forderte Uellenberg van Dawen und hatte damit die Brücke nach Neumünster geschlagen: "Ich habe gehört, Neumünster bekommt ein Einkaufszentrum. Dort werden Mini- und Teilzeitjobs entstehen. Die gute Arbeit im Handel aber fällt weg", mahnte der Gewerkschafter und verwies auf Köln-Kalk und Leverkusen, wo sich mit einem ECE-Center Ähnliches abgespielt habe.

Auch zur möglichen Ansiedlung des Internet-Versandhandels Amazon hatte der Mai-Redner deutliche Worte: "Das ist eine Riesen-Sauerei. Das sind Ausbeuter", schimpfte der Verdi-Mann.

Mit Blick auf die Kommunalwahl am 26. Mai appellierte der Gewerkschafter, den Rechtsradikalen nicht das Feld zu überlassen. Es gelte den Menschen klarzumachen, was Faschismus an der Macht bedeute, sagte Uellenberg van Dawen. "Das muss ein für alle Mal verhindert werden", unterstrich der Gewerkschafter.

Auch Klaus Kasch, DGB-Chef in Neumünster, nutzte die Kundgebung, um zur Wahlbeteiligung aufzurufen: "Jede fehlende Stimme wertet das Ergebnis der NPD auf", warnte er. Grußworte zum Tag der Arbeit gab es unter anderem von der Alevitischen Gemeinde.

Die Kundgebung mündete in ein buntes Kultur- und Familienfest mit gut besuchtem Flohmarkt rund das Gewerkschaftshaus.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen