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Holsteinischer Courier

18. Dezember 2017 | 16:30 Uhr

Wrangelstraße : Gewerbepark sucht neuen Chef

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Besitzer der ehemaligen Lederwerke wollen sich zur Ruhe setzen: 41700 Quadratmeter Nutzfläche für 3,6 Millionen Euro.

von
erstellt am 10.Sep.2013 | 05:00 Uhr

Eine der größten zusammenhängenden Gewerbeflächen der Stadt, die ehemaligen Norddeutschen Lederwerke an der Wrangelstraße, steht zum Verkauf: Nach 22 Jahren wollen sich Besitzer Jochen Coenen (73) und Dr. Ernst Schöttle (82) aus dem aktiven Geschäft zurückziehen – aus Altersgründen, wie Geschäftsführer Jochen Coenen gestern unterstrich. Da sich die eigenen Kinder anders orientiert hätten, sei es höchste Zeit, das Geschäft in jüngere Hände zu übergeben, sagte Coenen. Rund 3,6 Millionen Euro will die Besitzergemeinschaft Coenen & Dr. Schöttle GmbH aus dem Verkauf des knapp 5,4 Hektar großen Areals zwischen Fehmarn- und Rügenstraße erlösen. Coenen zufolge steht die Gesellschaft mit mehrere Interessenten in Verhandlungen. Weil man nicht unter Zeitdruck stehe, sei man in guter Verhandlungsposition, sagte der Geschäftsmann: „Kann sein, dass wir morgen unterzeichnen, kann aber auch noch eine Weile dauern.“

Die beiden Geschäftsleute hatten die einstige Lederfabrik inklusive Neben- und Lagerräumen 1991 übernommen und sukzessive zu einem kombinierten Gewerbepark und Lagerzentrum weiterentwickelt. Heute sind auf den rund 41 700 Quadratmetern Nutzfläche knapp 150 Mieter zuhause. Die Spannbreite reicht dabei vom privaten Hausherrn, „der Omas Sofa gut aufgehoben wissen will, aber im eigenen Keller keinen Platz hat“ (Coenen), bis hin zu den großen Ankermietern wie Poco-Möbel oder der Diskothek Club Orange & Blue. Allein das Möbelhaus belegt an der Fehmarnstraße auf fünf Etagen rund 10 000 Quadratmeter Fläche. Unter anderem sind in dem weit verzweigten Gebäudekomplex außerdem ein Solardienstleister, eine Elektronikfirma und Tierpension zuhause. Mehrere Innenstadtgeschäfte unterhalten hier Lager- und Werkstatträume, Famila nutzt die Hallen für ihr Leergut-Reycycling.

Geschäftsführer und Mitinhaber Jochen Coenen geht davon aus, dass das Areal auch nach einem Verkauf ähnlich genutzt wird wie heute: „Das ist hier kein Marmorgebäude“, räumt der studierte Volkswirt ein, der vor seinem Engagement in Neumünster unter anderem für Quelle und Karstadt arbeitete, und verschweigt dabei nicht den Sanierungsbedarf ganzer Gebäudeteile. In der Vergangenheit hätten in der Regel die Mieter die Räumlichkeiten veredelt, die dann im Gegenzug zu günstigen Konditionen an der Wrangelstraße residieren können, beschreibt Coenen das Geschäftsprinzip.

Einen wachsenden Markt macht der Geschäftsmann im Bereich des sogenannten „Self-Storage“ aus: Immer mehr Klein- und Kleinstunternehmer tendierten dazu, Werkstatt und Lagerräume auszulagern. Die Dependancen müssten für die Geschäfte im Idealfall dann rund um die Uhr erreichbar sein, sagt Coenen.

Der Gewerbepark an der Wrangelstraße kann auf eine reiche Geschichte zurückblicken: Die ältesten Gebäudeteile reichen in die Zeit vor der Jahrhundertwende zurück. Die 1892 gegründete Emil Köster AG gehörte einst zu den wichtigsten Eckpfeilern der Lederindustrie in Neumünster. Zum Tag des offenen Denkmals am Wochenende hatten rund 90 Besucher (das nicht genutzte) Kesselhaus der ehemaligen Fabrik im Zentrum des Gewerbeparks besichtigt.

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