Vortrag vom Sicherheitsberater : Gewappnet gegen Trickbetrüger

Sicherheitsberater Holger Hammerich zeigt, mit wie einfachen Mitteln der Schutz des Besitzes erhöht werden kann.
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Sicherheitsberater Holger Hammerich zeigt, mit wie einfachen Mitteln der Schutz des Besitzes erhöht werden kann.

Sicherheitsberater Holger Hammerich verriet Senioren, wie sie sich schützen.

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28. März 2017, 12:15 Uhr

Neumünster | Das Telefon der älteren Dame klingelt. „Hallo, ich bin’s“, meldet sich der Anrufer. Die Dame erkennt die Stimme nicht. „Jetzt sag bloß, du weißt nicht, wer ich bin.“ – „Margo?“, fragt die Angerufene. „Genau! Wie geht’s dir? Du, ich brauche dringend deine Hilfe. Aber du musst mir versprechen, das bleibt unter uns.“ Und dann kommt die Bitte um Geld – viel Geld: 25  000 Euro will der angebliche „Margo“ von der Dame haben. Holger Hammerich, Sicherheitsberater für Senioren, stoppt die Aufnahme, und die Gäste im Neuen Rathaus sind überrascht, wie leicht man einem Telefontrick zum Opfer fallen kann.

Bei dem Sicherheitsvortrag, organisiert vom Seniorenbüro als Teil der Aktiv-Wochen für Ältere, gab Hammerich gestern Ratschläge, wie man sich als älterer Bürger vor Verbrechern schützen kann, und klärte über weitere Gefahren außerhalb der eigenen vier Wände auf.

Größere Geldsummen, rät der Sicherheitsberater, trägt man am besten nicht in der Handtasche. „Wenn Sie die festhalten wollen, wenn sie Ihnen jemand wegreißt, verletzen Sie sich vielleicht auch noch.“ Besser ist das Geld in der Innentasche der Jacke aufgehoben. „Wenn Sie, meine Damen, mal viel Geld abheben, gehen Sie also lieber mit der weniger schicken Jacke raus, die eine solche Innentasche hat.“

Gisela Blindow (72) war zu dem Vortrag gekommen, weil sie nicht mehr ganz sicher auf den Beinen ist und sich Tipps für den Straßenverkehr holen wollte. „Nutzen Sie immer, wenn möglich, Ampelüberquerungen und Zebrastreifen“, empfiehlt ihr Hammerich. Dort sind auch die Bordsteine stets gesenkt. Und wenn Mitbürger sich im Straßenverkehr falsch verhalten, sollte man als älterer Fußgänger besser nicht belehrend auftreten. Hammerich: „Belehrungen bringen ohnehin nichts. Und es könnte sein, dass man in eine Faust hineinläuft.“

Bei E-Mails mit unbekanntem Absender empfiehlt Hammerich, die Anhänge niemals zu öffnen. Offizielle Stellen oder Banken melden sich mit wichtigen Anliegen niemals per Mail, sondern per Post. Und steht einmal jemand vor der Tür, der sagt, er sei von einer Behörde, rät der Hammerich: „Bevor man ihn ins Haus lässt, ruft man besser noch einmal bei der betreffenden Behörde an, um sich zu vergewissern. Denn auch vorgezeigte Ausweise können gefälscht sein.“
 

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