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Gewalt gegen Polizisten: Schon 34 Taten in diesem Jahr

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Neumünster | Die Zahl der Angriffe auf Polizisten in Neumünster hält auch 2013 auf hohem Niveau weiter an. "Im ersten Halbjahr sind 34 Fälle von Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte aktenkundig", teilte Polizeisprecher Rainer Wetzel gestern auf Nachfrage mit. Das sind nur sechs Taten weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. "Wir können daher nicht davon sprechen, dass die Gewalt abnimmt", sagte Wetzel.

Wie berichtet, gab es statistisch gesehen in Neumünster im bundesweiten Vergleich der Kreise und kreisfreien Städte 2012 die meisten Anzeigen wegen Widerstandes gegen Polizisten. Im vergangenen Jahr waren es laut Bundeskriminalamt 102,7 Fälle pro 100 000 Einwohner. Der Grund hierfür werde nun intensiv erforscht. "Wir nehmen das sehr ernst. Jeder verletzte Kollege ist einer zuviel", so Wetzel. In die Analyse mit einbezogen werde jedoch nicht nur das Verhalten der Straftäter, sondern auch das Verhalten der Polizisten. "Man muss immer beide Seiten sehen, um ein umfassendes Bild zu bekommen", sagte der Polizeisprecher.

Er machte zugleich deutlich, dass der Tatbestand des Widerstandes nicht durch die Polizei, sondern durch den Gesetzgeber definiert werde. Entscheidend sei hier der Paragraf 113 des Strafgesetzbuchs. Er besagt: "Wer einem Amtsträger oder Soldaten der Bundeswehr, der zur Vollstreckung von Gesetzen, Rechtsverordnungen, Urteilen, Gerichtsbeschlüssen oder Verfügungen berufen ist, bei der Vornahme einer solchen Diensthandlung mit Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt Widerstand leistet oder ihn dabei tätlich angreift, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft." In besonders schweren Fällen ist auch eine Gefängnisstraße von bis zu fünf Jahren möglich. Besonders schwer wird der Fall, wenn der Täter Waffen benutzt oder so gewalttätig wird, dass der Polizist Angst um sein Leben oder seine Gesundheit haben muss.

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erstellt am 13.Aug.2013 | 03:59 Uhr

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