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Mädchen-Musikzug : Getrommelt wurde auf Gurkeneimern

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Musikerinnen der ersten Stunde trafen sich in Padenstedt und schwelgten in Erinnerungen.

shz.de von
erstellt am 11.Sep.2017 | 15:00 Uhr

Neumünster | Eine ganz besondere Frauengruppe traf sich am Sonnabend in Padenstedt. 30 der 60 ehemaligen Mitglieder des Mädchen-Musikzugs Neumünster (MMN) aus dessen Gründungszeit feierten ein Wiedersehen im Garten von Bärbel Pfau. Es war nach 1993 und 1995 das dritte Treffen. „1962 bestand der Zug erst aus 20 Trommlerinnen, ehe 1963 das Orchester mit weiteren 40 Mitgliedern folgte. Das erste Konzert gaben wir in der Holstenhalle“, erzählte die Gastgeberin.

Die Mädchen von damals sind heute gestandene Frauen im Alter von 60 bis über 70 Jahren. Beim Grillen erinnerten sie sich an die gemeinsame Zeit. „Wer dazu gehören wollte, erhielt zunächst bei Arthur Schöllknecht Einzelunterricht, dann folgte eine Prüfung“, erzählte Gisela Martens. Sie spielte damals Klarinette im Mädchen-Musikzug. „Täglich musste mindestens 30 Minuten geprobt werden. Wir waren ein Highlight und waren sehr gefragt. Nahezu an jedem Wochenende gaben wir ein Konzert“, erzählten die Musikerinnen.

Im Caspar-von-Saldern-Haus wurde geprobt. Das Trommeln übten die Mädchen zunächst auf Gurkeneimern. Im Kinderferiendorf lernten sie für ihre Auftritte in Reih‘ und Glied zu laufen. Der damalige Leiter Herbert Funke habe immer ein gesundes Maß an Strenge und Humor an den Tag gelegt. „Es gab auch Grundregeln, an die sich jedes Mädchen zwingend halten musste“, erzählte Rosemarie Jensen. In der Satzung hieß es zum Beispiel: „Dem MMN anzugehören und seine Uniform tragen zu dürfen, ehrt und verpflichtet zugleich.“ Die Freude an der Musik und das Beherrschen von Noten waren laut Satzung ebenfalls Voraussetzung. Kurze Röcke, geschweige denn Make-up, seien tabu gewesen. Der Mädchen-Musikzug war schon damals weit herumgekommen. „Als wir unseren Auftritt auf der Waldbühne in Berlin hatten, mussten wir ja noch durch die Zone fahren. Das war sehr aufregend für uns“, verriet Bärbel Pfau. Gisela Martens ist ein Konzert auf der Trabrennbahn in Hamburg-Farmsen in besonderer Erinnerung geblieben. „Die Pferde trabten damals im Takt unserer Musik“, berichtete die Neumünsteranerin. Auf die Frage, was das Beste an der Zeit gewesen sei, antworteten die Mädels unisono: „Der Zusammenhalt untereinander.“ 


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