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Rickling : Gesundheitsförderung im Betrieb wird wichtiger

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kranke Mitarbeiter haben oft Angst vor Stigmatisierung und verschweigen ihre Probleme.

Neumünster | Die Gesundheit der Arbeitnehmer gewinnt zunehmend an Bedeutung. Entsprechend interessierter seien die Betriebe heute allgemein am Thema Gesundheitsmanagement. Dennoch bleibe insbesondere die Wiedereingliederung von Mitarbeitern, die durch Suchterkrankungen oder psychische Belastungen ihrem Arbeitsplatz für längere Zeit fernbleiben, ein schwieriges Feld. So lautete das Fazit der Referenten der Fachtagung der Leitstelle Suchtgefahren am Arbeitsplatz der schleswig-holsteinischen Landesverwaltung (LSA), die im Landesverein für Innere Mission in Rickling mit rund 160 Teilnehmern aus Verwaltungen und Betrieben auf große Resonanz stieß.

„Die Angst der Betroffenen vor Stigmatisierung und die Scheu, einen Mitarbeiter auf dererlei Probleme anzusprechen, ist immer noch hoch. Doch die Ausfallzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen steigen seit Jahren deutlich an. Deshalb widmet sich diese Tagung explizit diesem Thema“, erklärte Natalie Syring aus der LSA.

Diese Entwicklung ziehe sich durch alle Berufsbereiche, in der Industrie, im Dienstleistungsgewerbe ebenso wie im Handwerk oder in der Landwirtschaft. „Ein Hauptgrund dafür ist, dass eine Überforderung im privaten Lebensbereich häufig im beruflichen Umfeld zu Tage tritt“, erläuterte Magdalena Peinecke (Ministerium für Schule und Berufsbildung), die seit 30 Jahren als Betriebsärztin tätig ist. „Mittlerweile sind psychische Erkrankungen der häufigste Grund für eine Frühverrentung“, ergänzte dazu auch Björn Malchow von der Landesstelle für Suchtfragen.

Im Zusammenhang mit Abhängigkeiten wurden neben dem Konsum von Drogen, Alkohol und Medikamenten sowie der Spielsucht von den Fachleuten auch die unkontrollierte Nutzung der neuen Medien wie Internet und Smartphones als neue gesellschaftliche Herausforderung benannt. „Dies gilt insbesondere für die junge Generation, für die ein Leben ohne Internet oft schier nicht mehr denkbar ist. Häufig kommt es dann sogar zum völligen Rückzug aus der Realität, was auch den Abbruch der Ausbildung zur Folge haben kann“, beschrieb Ralf Tönnies (Diakon der Fachkliniken Nordfriesland) die Situation.

Für das betriebliche Gesundheitsmanagement gebe es gerade in Schleswig-Holstein mittlerweile auf allen Ebenen ein vorbildliches Netzwerk, das die Betriebe bei konkreten Problemen oder auch in der Präventionsarbeit mit zahlreichen Angeboten unterstützt. Dazu gehörten unter anderem Ansprechpartner in der LSA, den Handwerksinnungen und den Bauernverbänden. „Doch die Betriebe müssen sich natürlich auch helfen lassen wollen“, warben die Beteiligten letztlich noch einmal für ihr Anliegen.  

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