Familienbüro : Gesundheitliche Probleme nehmen zu

Susanne Harder, Teamleiterin des Familienbüros, und Mitarbeiter Albrecht Marian Kuntschke zeigen die Schulranzen, die einkommensschwachen Familien durch Gelder aus dem Schulmittelfonds zur Verfügung gestellt werden.
Susanne Harder, Teamleiterin des Familienbüros, und Mitarbeiter Albrecht Marian Kuntschke zeigen die Schulranzen, die einkommensschwachen Familien durch Gelder aus dem Schulmittelfonds zur Verfügung gestellt werden.

Das Familienbüro der Diakonie im Parkcenter hilft bei vielfältigen Sorgen und Nöten. 150 Beratungen fanden im vergangenen Jahr statt.

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25. Januar 2017, 08:30 Uhr

Neumünster | Wie finde ich eine geeignete Kinderbetreuung? Wer hilft mir bei finanziellen Problemen? Und wo finde ich Unterstützung, wenn mir alles über den Kopf wächst? Diese und viele weitere Fragen beantworten die Mitarbeiter des Familienbüros der Diakonie Altholstein im Parkcenter an der Christianstraße. Ein Angebot, das von den Neumünsteranern gern in Anspruch genommen wird. 150 Beratungen fanden im vergangenen Jahr statt, dazu kommen 171 Beratungen und Folgeberatungen im Rahmen des Schulmittelfonds, der seit 2015 beim Familienbüro angesiedelt ist.

„Die Zahlen sind im Vergleich zum Vorjahr in etwa gleich geblieben“, sagt Susanne Harder, Teamleiterin des Familienbüros. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Albrecht Marian Kuntschke versucht sie, für jedes Problem die entsprechende Lösung zu finden. „Wir sehen uns als Informationsstelle und Wegweiser, um den Familien die richtigen Fachberater zu nennen. Es gibt für jedes Anliegen eine Beratungsstelle, aber es ist oftmals nicht leicht, die jeweils richtige zu finden“, sagt Susanne Harder.

Die Probleme, mit denen die Menschen ins Familienbüro kommen, sind vielfältig und treten häufig geballt auf. Daher muss häufig erstmal vorsortiert werden. „Wenn eine alleinerziehende Mutter einen Job sucht, wenig Geld zur Verfügung hat, in einer zu kleinen Wohnung lebt und ihr Kind ihr auf der Nase herumtanzt, dann müssen wir schauen, welches Thema im Vordergrund steht“, sagt Susanne Harder. Sie hat beobachtet, dass bei vielen Klienten gesundheitliche Probleme zunehmen: „Für viele von ihnen ist das Leben an sich schon eine große Herausforderung. Wenn man dann geschwächt ist, kann das zum Problem werden.“

Problematisch ist für viele Eltern auch, ihre Kinder zum Schulanfang mit der nötigen Ausrüstung auszustatten. Auch hier steht das Team an der Christianstraße einkommensschwachen Familien unterstützend zur Seite. 10  000 Euro stehen jährlich zur Verfügung. Mit dem Geld kauft Albrecht Marian Kuntschke qualitativ hochwertige Schulranzen, die die Familien gegen einen Gutschein erhalten. Dafür zahlen sie einen Eigenanteil in Höhe von 20 Euro. Weitere Gutscheine werden für den Kauf von Hallenschuhen verteilt. Im vergangenen Jahr wurden 151 Kinder durch den Schulmittelfonds bedacht, im Vorjahr waren es 145. „Wir freuen uns natürlich jederzeit über Spenden, damit wir noch mehr Material zur Verfügung stellen können“, sagt Kuntschke.

Die Finanzierung ist für die Mitarbeiter des Familienbüros derzeit ohnehin eine schwierige Angelegenheit. Die Einrichtung wurde bis 2016 mit Mitteln aus der Lotterie Glücksspirale unterstützt. „Wir müssen das Ganze derzeit mit Eigenmitteln stemmen und bemühen uns um eine neue Teilfinanzierung“, sagt Dr. Constanze von Wildenradt, Fachbereichsleitung Familie. Aus finanziellen Gründen mussten die Öffnungszeiten des Familienbüros im vergangenen Jahr eingeschränkt werden. „Den Montag mussten wir leider streichen“, sagt Susanne Harder. Geöffnet ist aktuell dienstags und freitags von 9 bis 12 Uhr und donnerstags von 9 bis 15.30 Uhr. Das Familienbüro ist unter Tel. 250578 oder per E-Mail unter familienbuero@diakonie-altholstein.de zu erreichen.

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